Aus den Zeitschriften

Gute Arbeit: Rente mit 67 ist weltfremd

Für das Gros der Beschäftigten ist es eine Utopie, auch nur bis 65 zu arbeiten. Nur jede/r Zehnte schafft das und nur jede/r Dritte geht aus einem stabilen Arbeitsverhältnis in die Rente. Für eine Heraufsetzung des Rentenalters bestehen keinerlei Voraussetzungen.

Weder der Arbeitsmarkt noch die Arbeitsbedingungen erlauben es den Menschen, ohne soziale Nachteile und gesundheitliche Risiken bis zum Erreichen des 67. Lebensjahres zu arbeiten. Das zeigt eindringlich der jüngst veröffentlichte Dritte Monitoring-Bericht des Netzwerks für eine gerechte Rente, dem der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband, die Katholische Arbeitnehmerbewegung, die Sozialverbände und der DGB angehören. Die Februarausgabe der Zeitschrift "Gute Arbeit." befasst sich schwerpunktmäßig mit dem Thema. Der Gesetzgeber hat es sich einfach gemacht: Aber die Regelaltersgrenzen zu erhöhen und Vorruhestandsregelungen abzuschaffen bedeutet, das Pferd von hinten aufzuzäumen. Das führt zur Rentenkürzung, aber ein längeres Arbeitsleben folgt daraus nicht.

Bei anhaltend hoher Arbeitslosigkeit, Personalüberkapazitäten und -abbau sowie der Verfügbarkeit jüngerer Arbeitskräfte ist die Bereitschaft der Betriebe – zumal in der Krise - gering, alternsgerechte Arbeit anzubieten, Ältere im Erwerbesleben zu halten und gesundheitlich Beeinträchtigte zu integrieren oder gar einzustellen. Vorzeitiger Verschleiß durch körperliche und psychische Belastungen im Arbeitsleben ist weit verbreitet, zahlreiche Berufsgruppen sind davon betroffen. Auf schlechte Arbeitsbedingungen folgt vielfach Frühinvalidität. Die Rente mit 67 verschärft das Problem: Sie führt zu Leistungseinschränkungen und Niveauabsenkungen, trifft besonders die Schwächsten und würde Altersarmut wachsen lassen.
Aus all diesen Gründen fordert DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach in der Februarausgabe von Gute Arbeit, bei der in diesem Jahr anstehenden Überprüfung die Rente mit 67 auszusetzen.

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