Aus den Zeitschriften

Gute Arbeit: Mehr Krise, weniger Unfälle

Im Krisenjahr 2009 ging nicht nur die Zahl der Arbeitsunfälle zurück, sondern auch die Unfallhäufigkeit. Erstmals auch wieder im gewerblichen Bereich. Die Risikobranchen sind aber geblieben. Im ersten Halbjahr 2010 gingen die Zahlen schon wieder hoch.

Erstmals seit 2006 ist die Rate der Arbeitsunfälle (also die Zahl der Unfälle je 1000 "Vollarbeiter") nicht nur im Bereich des öffentlichen Dienstes, sondern auch wieder in der gewerblichen Wirtschaft zurückgegangen, und zwar um rund zehn Prozent. Das zeigen die endgültigen Zahlen für das Krisenjahr 2009, die die Gesetzliche Unfallversicherung jetzt vorgelegt hat. Experten führen das auf den krisenbedingten Abbau der besonders unfallträchtigen Überstunden und auf die Reduzierung der Leiharbeit zurück.

Der Rückgang fiel in den einzelnen Wirtschaftsbereichen allerdings sehr unterschiedlich aus. Am geringsten war er in der Bauwirtschaft, im Gesundheitsdienst und im Handel. Auch die Rate der tödlichen Arbeitsunfälle ist im aktuellen Berichtsjahr 2009 gesunken und bewegt sich inzwischen auf sehr niedrigem Niveau. Am höchsten ist das Risiko, einen tödlichen Unfall zu erleiden, noch in der Verkehrs- und der Baubranche.

Nach allerdings noch sehr vorläufigen Zahlen für das laufende Jahr gab es im ersten Halbjahr 2010 – passend zur wieder anlaufenden Konjunktur – wieder mehr Unfälle. Bei den Wegeunfällen lag die Zunahme bei fast 30 Prozent. Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle stieg in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 7,2 Prozent auf rund 460.000.

220 Menschen verloren in diesem Zeitraum das Leben, 22 mehr als im Vorjahreszeitraum. Mehr dazu in einem Fachbeitrag des Arbeitschutzexperten Dr. Uwe Lenhardt in der Novemberausgabe der Zeitschrift "Gute Arbeit".

Mehr über "Gute Arbeit" erfahren: www.gutearbeit-online.de

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