Aus den Zeitschriften
Der Personalrat: Auslandseinsatz nur mit Beteiligung der Personalvertretung
Das Bundesland Hessen ordnet vorerst keine Polizeibeamten mehr für Internationale Polizeimissionen (IPM) in Afghanistan und anderen Ländern ab, bis ein neues Verfahren geregelt wurde, das auch die Beteiligung des zuständigen Personalrats sicher stellt.
Schon seit einiger Zeit werden im Rahmen der Entwicklungs- und
Aufbauhilfe im Rahmen von Internationalen Polizeimissionen (IPM) auch
Polizeibeamtinnen und -beamte für Auslandseinsätze abgeordnet, zum Beispiel in
Afghanistan oder im Kosovo. Die Personalräte der Stammdienststellen sind
an den Abordnungsverfahren zu beteiligen. Damit wird einerseits sicher
gestellt, dass nur Freiwillige für die Abordnung zum Auslandseinsatz in
Betracht gezogen werden. Zudem soll der Personalrat darüber wachen,
dass bei den psychologischen, ärztlichen, sportlichen und sprachlichen
Untersuchungen der Freiwilligen vor der Auswahl die Interessen der
Bewerberinnen und Bewerber gewahrt bleiben.
Diese Beteiligung war
Gegenstand eines Rechtsstreits vor dem Verwaltungsgericht Wiesbaden, der
mittlerweile unstreitig beigelegt wurde (Pressemitteilung des VG
Wiesbaden vom 10.03.2011). Hintergrund des Rechtsstreits war die
Abordnung eines Polizeibeamten nach Afghanistan durch den
Polizeipräsidenten für Westhessen, gegen die der Personalrat des
Polizeipräsidiums im Wege einstweiligen Rechtsschutzes vorgegangen war.
In der Folge wurde die Abordnung des Beamten von der Dienststelle
zurückgenommen. Bis zum Inkrafttreten eines neuen Grundsatzerlasses, der
die Beteiligung des Personalrats genauer regelt, werden keine
hessischen Polizeibeamten mehr für Einsätze in Afghanistan abgeordnet.
Mehr zu den Hintergründen und Folgen für die Mitbestimmung lesen Sie im Fachartikel »Abordnung zu polizeilichen Auslandsmissionen« von Peter Wittig und Jens Morherr in »Der Personalrat«, Ausgabe 5/2011, S. 190-192.
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