Arbeit & Politik
Studie zur betrieblichen Altersversorgung Entgeltumwandlung wird nicht ausreichend genutzt
Eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung hat ergeben, dass die betriebliche Altersvorsorge nicht mehr als Säule des Rentensystems bezeichnet werden kann: Weniger als 25 Prozent der Studienteilnehmer nutzen die Möglichkeiten.
Für ihre Studie hat das WSI Angaben aus Betrieben mit Betriebsrat ausgewertet. 72 Prozent der befragten Unternehmen machen ihren Mitarbeitern Angebote zur betrieblichen Altersversorgung: Bei Betrieben mit mehr als 2000 Beschäftigten ca. 90 Prozent, bei solchen mit bis zu 50 Arbeitnehmern ca. 60 Prozent.
Bei den Unternehmen, die eine Form der betrieblichen Altersvorsorge anbieten, nehmen nur ca. 40 Prozent der Beschäftigten die Offerte dann auch tatsächlich an.
Die Auswertung der Befragung ergab ferner, dass die Entgeltumwandlung nicht ausreicht, um die reformbedingten Lücken in der gesetzlichen Rentenversicherung zu schließen.
Alarmierend: Die betriebliche Altersversorgung scheint vor allem an den Einkommensgruppen vorbeizugehen, die sie eigentlich am nötigsten hätten. Denn je niedriger das Einkommen, desto weniger beteiligen sich Beschäftigte an der Entgeltumwandlung.
Die Ersteller der Studie geben die sozialpolitische Handlungsempfehlung, zu einer armutssicheren öffentlichen Rentenversicherung zurückzukehren. Der Ausbau der betrieblichen Altersversorgung sei lediglich die zweitbeste Lösung. Dafür müsse sie aber breiter aufgestellt werden, beispielsweise durch verpflichtende Regelungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
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Quelle:
PM des WSI vom 05.10.2012
© arbeitsrecht.de - (jes)
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