Arbeit & Politik

StudiePrekäre Beschäftigungsverhältnisse in Integrationskursen

In seinem "Schwarzbuch 2 – Arbeit in Integrationskursen" weist der Hauptvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) nachdrücklich darauf hin, dass Lehrkräfte, die für die Vermittlung der deutschen Sprache an Migrantinnen und Migranten verantwortlich sind, ins soziale Abseits gedrängt werden.

In ihrem ersten Schwarzbuch "Beschäftigung in der Weiterbildung" hatte die GEW bereits die prekäre Arbeit im Bereich Weiterbildung insgesamt thematisiert. In dem jetzt veröffentlichten Folgetitel geht es um die pädagogische Arbeit in den gesetzlich vorgeschriebenen Integrationskursen.

Die Autoren stellen fest, dass die 17.000 Lehrkräfte, die MigrantInnen die deutsche Sprache und die politischen Grundstrukturen in Deutschland nahebringen, keine fairen Arbeitsbedingungen vorfinden. Und das obwohl die Integrationskurse im Rahmen der Integrationskursverordnung unter staatlicher Regie stehen: Das Bundesamt für Migration, das den Weisungen des Bundesinnenministeriums folgt, steuert die Integrationskurse.

Das Schwarzbuch weist nach, dass akademisch qualifizierte Lehrkräfte Vergütungen am Rande des Existenzminimums erhalten, ohne soziale Absicherung durch den staatlichen Auftraggeber – eine eklatante Ungerechtigkeit im Vergleich zu anderen Pädagoginnen und Pädagogen im öffentlichen Dienst. Altersarmut sei vorprogrammiert.

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Quelle:

PM der GEW vom 09.10.2012

© arbeitsrecht.de - (jes)

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