Arbeit & Politik

Sonderauswertung des DGB-Index "Gute Arbeit" Stress durch dauernde Erreichbarkeit in der Dienstleistungsbranche

Beschäftigte, die auch außerhalb ihrer regulären Arbeitszeit ständig für ihren Arbeitgeber erreichbar sein müssen, stehen überdurchschnittlich häufig unter Stress. Das ist das Ergebnis einer Sonderauswertung des DGB-Index "Gute Arbeit".

Für die von ver.di in Auftrag gegebene repräsentative Studie wurden die Angaben von über 4000 Dienstleistungs-Beschäftigten – auch des Öffentlichen Dienstes – ausgewertet.

Deutlich mehr als einViertel der Befragten berichtet, von ihnen werde häufige Erreichbarkeit auch außerhalb der Arbeitszeit erwartet. Von weiteren 33 Prozent wird es selten erwartet.

Von denjenigen, die in ihrer Freizeit sehr häufig oder oft für ihren Arbeitgeber erreichbar sein müssen, fühlen sich zwei Drittel (65 Prozent) gehetzt bei der Arbeit. Im Gesundheitswesen beträgt dieser Anteil sogar 83 Prozent.

Zudem geben 58 Prozent der Befragten an, zu Hause nicht richtig abschalten zu können und auch dort an Schwierigkeiten bei der Arbeit denken zu müssen. Unter dem Lehrpersonal ist der Anteil mit 86 Prozent noch höher, unter den Beschäftigten in Betreuungsberufen sind es 75 Prozent.
 
Ein weiteres Ergebnis der Studie: Obwohl die Pflicht, erreichbar zu sein, de facto eine Arbeitsanforderung ist, scheinen viele Arbeitgeber der Meinung zu sein, dass es sich dabei um eine private Angelegenheit der Beschäftigten handelt: Sie bezahlen nicht dafür.

Lothar Schröder, Mitglied des ver.di-Bundesvorstands, forderte bei der Vorstellung der Umfragergebnisse, den permanenten Heimsuchungen und Erreichbarkeitspflichten Grenzen zu setzen: "Die Beschäftigten haben ein Recht darauf abzuschalten."

Link zur Broschüre "Ständig erreichbar, dauernd gehetzt. So beurteilen die Beschäftigten in den Dienstleistungsbranchen die Lage"

Link zu den dazugehörigen Grafiken

Quelle:

PM ver.di 07.09.2012

Broschüre "Ständig erreichbar, dauernd gehetzt. So beurteilen die Beschäftigten in den Dienstleistungsbranchen die Lage" September 2012

© arbeitsrecht.de - (jes)

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