Arbeit & Politik
DatenschutzskandalIhle hat Betriebsratsvorsitzenden ausspioniert
Die Friedberger Großbäckerei Ihle hat einen Betriebsratsvorsitzenden überwacht und will entdeckt haben, dass er sein Stundenkonto manipuliert hat. Das Arbeitsgericht Augsburg muss nun klären, ob die Überprüfung zulässig war. Die Gewerkschaft NGG sieht die Rechte des Betriebsrats in Gefahr.

©Ihle
Nach Mitteilung mehrer Zeitungen hat die Großbäckerei Ihle auf dem Computer des Betriebsrats eine Software installiert, die in bestimmten Zeitintervallen Bildschirmkopien (Screenshots) anfertigte. Anhand dieser Kopien will sie erfahren haben, dass der von der Arbeit freigestellte Betriebsratsvorsitzende sein Zeitkonto manuell verändert hat. Außerdem habe die Firma beobachtet, dass auf dem Computer des Interessenvertreters private Mails abgerufen wurden. Auf dieser Grundlage wollte Ihle dem Betriebsratsvorsitzenden kündigen.
Der Betriebsrat hat der fristlosen Kündigung des Unternehmens nicht zugestimmt. Die Großbäckerei muss die Zustimmung deshalb jetzt von dem Arbeitsgericht in Augsburg ersetzen lassen. Das Verfahren begann bereits im Juni. Ein Urteil wird nach Zeitungsberichten für Mitte September erwartet.
Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) ist laut Medienberichten empört und sieht einen "fundamentalen Angriff auf die Rechte des Betriebsrats". Die NGG vermutet, der Betriebsratsvorsitzende sei dem Unternehmen unbequem gewesen, weil er viele Missstände aufgedeckt und für die Rechte der Mitarbeiter gekämpft habe.
Quelle:
Zeit Online v. 10.8.2012, Aichacher Zeitung v. 18.06.2012
© arbeitsrecht.de - (akr)
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