Arbeit & Politik

KündigungsschutzArbeitgeberverbänden wird Scheinargumentation vorgeworfen

Deutsche Führungskräfte sehen, anders als die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), keinen Änderungsbedarf beim Kündigungsschutzrecht. Die BDA hatte massive Einschränkungen vorgeschlagen.

In einer aktuellen Pressemitteilung lobt der Berufsverband "Die Führungskräfte" (DFK) das vorhandene Kündigungsschutzrecht als wichtigen Teil der Arbeitsrechtskultur.

Klare Worte findet er etwa zum Vorschlag der BDA, den Schwellenwert von zehn Mitarbeitern aus "bürokratischen Gründen" auf 20 Mitarbeiter anzuheben: Es gehe dabei nicht um Bürokratieabbau, sondern darum, "sich aus dem Kündigungsschutz davonzustehlen".

Besonders kritisch sieht der Führungskräfteverband den Wunsch der BDA, dass der Antrag des Arbeitgebers auf gerichtliche Auflösung des Arbeitsverhältnisses künftig an keinerlei Voraussetzungen mehr gebunden sein und ausnahmslos für alle rechtswidrigen Kündigungen gelten soll.

Nach Ansicht des DFK würde die Umsetzung der BDA-Vorschläge willkürlichen Arbeitgeberentscheidungen Tür und Tor öffnen.

Das Kündigungsschutzgesetz sei kein Kündigungsverhinderungsgesetz, sondern lege die Spielregeln für Arbeitgeber und Arbeitnehmer fest, nach denen sich die Wirksamkeit einer Kündigung richtet.  Das deutsche Kündigungsschutzrecht stehe für Fairness, Transparenz und sozialen Frieden.

Der Berufsverband DFK vertritt bundesweit und branchenübergreifend etwa 25.000 Führungskräfte des mittleren und höheren Managements.

Quelle:

PM des DFK vom 06.07.2012

© arbeitsrecht.de - (jes)

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