Arbeit & Politik

FamiliepflegezeitBesonderer Service für die häusliche Pflege

Das Familienministerium wirbt jetzt auf einer eigenen Homepage für die Familienpflegezeit. Nur 15 Stunden arbeiten und trotzdem einen Lohnzuschuss bekommen – das klingt toll. Aber: Der Arbeitgeber muss zustimmen. Ein Rechtsanspruch besteht nicht.

Nachdem das Familienpflegezeitgesetz am 13.12.2011 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde, wirbt Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder jetzt für die Akzeptanz der Idee. Auf einer eigenen Homepage - www.familien-pflege-zeit.de - können sich alle Arbeitnehmer über die Konditionen und Folgen des Arbeitsmodells informieren. Das Bundesministerium für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben hat ein spezielles Servicetelefon eingerichtet, bei dem die Beschäftigten alles "rund um Pflege" erfragen können. Auf der Internetseite bietet die Behörde Merkblätter, Broschüren und Formulare zum Thema als Download an.  

Mit der Pflegezeit soll es Arbeitnehmern möglich sein, erkrankte Angehörige zu Hause zu betreuen. Während eines Zeitraums von zwei Jahren kann der Beschäftigte seine Arbeitszeit auf bis zu 15 Stunden reduzieren. Um zu erfahren, wie sich die Pflege auf das persönliche Einkommen auswirkt, steht auf der Homepage auch ein "Familienpflegezeit-Rechner" bereit. Aber: Wer die Familienpflegezeit wahrnehmen möchte, benötigt die Zustimmung seines Arbeitgebers. Ein Rechtsanspruch besteht nicht.

Quelle:

© arbeitsrecht.de - (akr)

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