Arbeit & Politik

Studie Ostdeutsche Frauen wollen meistens Vollzeit arbeiten

Berufsrückkehrerinnen in Ostdeutschland streben mit 80 Prozent weit häufiger eine Vollzeitstelle an als Frauen im Westen – da sind es weniger als 30 Prozent. Das berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Die Autorinnen der Studie führen dass zum einen auf das bessere Betreuungsangebot in den neuen Bundesländern zurück. Daneben würde die bereits in DDR-Zeiten positivere Einstellung zur Erwerbstätigkeit von Müttern eine Rolle spielen. Hinzu kämen ökonomische Gründe, da mit einer Teilzeitstelle die Versorgung der Familie oft nicht gesichert werden kann und auch das Arbeitslosigkeitsrisiko der Männer höher ist als in den alten Bundesländern.

Zusätzlich zu den arbeitsuchend gemeldeten Berufsrückkehrerinnen gibt es noch ein großes Potenzial an Personen, die zur Arbeitsaufnahme bereit wären, sich aber nicht arbeitsuchend gemeldet haben: die sogenannte Stille Reserve. Im Vergleich zu den Frauen in der Stillen Reserve sind die gemeldeten Berufsrückkehrerinnen jünger, öfter alleinerziehend und müssen häufiger zur Sicherung des Familieneinkommens beitragen. Frauen in der Stillen Reserve sind dagegen eher vom Ehemann finanziell abgesichert.

Das IAB sieht hier erhebliche ungenutzte Potenziale für den Arbeitsmarkt: Die Mehrheit der rund 100.000 Berufsrückkehrerinnen und der annähernd 300.000 Frauen in der Stillen Reserve hat eine berufliche Ausbildung.

Quelle:
PM des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 8.12.2011

Hier gehts zur Studie.

© arbeitsrecht.de - (akr)

Artikel drucken

Ähnliche Artikel aus Arbeit & Politik

Erfolgsfaktor Familie

14.10.2011 | "Wir suchen die familienfreundlichsten Unternehmen Deutschlands." Mit diesem Aufruf hat Bundesfamilienministerin Kristina Schröder den Unternehmenswettbewerb "Erfolgsfaktor Familie 2012" gestartet. Schirmherrin des Wettbewerbs ist die Bundeskanzlerin.  [mehr]

Online-Hilfe zur Gestaltung von Arbeitszeit

19.03.2010 | Eine von der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) ins Leben gerufene Website bietet Unternehmen, Personalplanern und Betriebsräten kostenlos Tipps und Tools, um Arbeitszeiten und Schichtpläne optimal planen zu können.  [mehr]

Initiative für familienbewusste Arbeitszeiten

01.11.2010 | "Zur richtigen Zeit am richtigen Ort" - das ist das Motto der Initiative "Familienbewusste Arbeitszeiten". Das Projekt möchte Arbeitgeber motivieren und dabei unterstützen, mehr familienfreundliche und flexible Arbeitszeitmodelle anzubieten.  [mehr]

Work-Life-Balance und Arbeitsleben

07.11.2011 | Die Arbeit frisst oft so viel Zeit und Nerven, dass für das Privatleben nicht mehr genug übrig bleibt. Ein Problem, das nicht nur berufstätige Mütter kennen. Doch wer ständig zwischen Arbeit und Leben jonglieren muss, wird auch den Erwartungen im Betrieb nur wenig gerecht.  [mehr]

Flexible Arbeitszeiten und Kurzarbeit sicherten im Jahr 2009 mehr als eine Million Jobs

18.02.2010 | Flexible Arbeitszeiten haben im Jahr 2009 die Wucht der Wirtschaftskrise am deutschen Arbeitsmarkt größtenteils abgefangen, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).  [mehr]

Ähnliche Artikel aus den anderen Rubriken:

Rechtsprechung

ArbeitszeitZehn-Stunden-Grenze gilt auch für Jugendhilfe

10.06.2015 | Das Arbeitszeitgesetz ist auch auf Erzieherinnen und Erzieher anzuwenden, die Kinder und Jugendliche in Wohngruppen betreuen. Das bisherige Modell, bei dem die Beschäftigten für mehrere Tage in der Gruppe wohnen, verstößt gegen die Höchstgrenzen von zehn Arbeitsstunden pro Tag. Das hat das VG Berlin entschieden.  [weiterlesen auf "Der Personalrat"]

Keine Kündigung wegen geringer Arbeitszeitabweichung

09.06.2011 | Die systematische Manipulation von Zeiterfassungsdaten ist in der Regel eine so schwerwiegende arbeitsvertragliche Pflichtverletzung, dass eine fristlose Kündigung rechtens ist. Ausnahme laut Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein: Der nicht erfasste Zeitraum beträgt nur eine Minute.  [mehr]

Flexible Arbeitszeit: Arbeitsrechtlicher Segen - Sozialrechtlicher Fluch? (25/2006)

06.12.2006 | Viele deutsche Unternehmen bieten ihren Arbeitnehmern die Möglichkeit an, Wertguthaben anzuhäufen, um diese für bestimmte Lebensphasen gezielt ausschöpfen zu können. Die sozialrechtliche Konsequenz der Zeitkontenvarianten hat jedoch ihre Schattenseiten.  [mehr]

Tarifliche Mindestarbeits- und Regelarbeitszeit im Wach- und Sicherheitsgewerbe (01/2011)

12.01.2011 | Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass ein Arbeitgeber nicht verpflichtet ist, alle tarifgebundenen Arbeitnehmer im Durchschnitt 260 Stunden monatlich zu beschäftigen. Es bestehe lediglich ein Anspruch auf Ableistung der tariflichen Mindestarbeitszeit.  [mehr]