Arbeit & Politik

MinijobsDGB kritisiert Aufstockung

Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat die Anhebung der Minijob-Grenze auf 450 Euro kritisiert. Die Koalition wolle Menschen in kleinen Beschäftigungsverhältnissen für dumm verkaufen.

Die Koalitionsparteien von CDU/CSU und FDP erwecken laut Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied, den Eindruck, als hätte sie für Minijobber eine Gehaltserhöhung beschlossen. Das sei falsch und irreführend. Die Koalition hatte sich am Freitag auf eine Anhebung der Verdienstgrenze für Minijobber um 50 Euro geeinigt. Statt 400 sollen diese künftig 450 Euro verdienen dürfen, teilten die sozialpolitischen Fraktionssprecher von Union und FDP, Karl Schiewerling und Heinrich Kolb, mit.

Prekäre Beschäftigung

Die "Arbeitsrecht im Betrieb" Extra-Ausgabe (August 2010) für nur 1,99 Euro!

Prekäre Beschäftigung

Die neue Regelung werde nicht dazu führen, dass Minijobber in Zukunft mehr Geld in der Tasche hätten, prognostiziert Buntenbach. Wer heute 400 Euro verdiene, werde keineswegs automatisch 50 Euro mehr bekommen. Der Durchschnittsverdienst der sieben Millionen Minijobber in Deutschland liegt bei laut DGB bei rund 260 Euro im Westen und 200 Euro im Osten.

Die Bertelsmann Stiftung war im vergangenen Jahr zu dem Schluss gekommen, dass Minijobs "eine - wenngleich suboptimale – Teillösung für das Problem hoher Arbeitskosten im Dienstleistungssektor" darstellen würden. Sie würden überdies die Finanzierung des Sozialversicherungssystems gefährden und so die bereits vorhandenen Probleme verstärken.

Der DGB befürchtet, dass noch mehr Menschen in den Niedriglohnbereich abgedrängt werden. 

Quelle:
PM des DGB vom 26.11.2011, dpa vom 25.11.2011

© arbeitsrecht.de - (mst)

  • Xing
Artikel drucken

Ähnliche Artikel aus Arbeit & Politik

MindestlohnFreigrenzen als Vergleichswerte

14.11.2011 | In 20 von 27 Mitgliedsländern der EU existiert ein gesetzlicher Mindestlohn, während in Deutschland die Parlamentarier noch darüber debattieren. Welches Einkommen nötig ist, um menschenwürdig leben zu können, zeigen Berechnungen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts.  [mehr]

Die Mindestlohnpolizei

23.05.2011 | Der Zoll soll in Zukunft die Lohnuntergrenze in der Zeitarbeitsbranche überwachen. Das schlagen die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und FDP in einem Entwurf zur Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes und des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes vor.  [mehr]

Mindestlohn für den Wachmann

04.05.2011 | Für das Wach- und Sicherheitsgewerbe gilt ab Juni 2011 ein gesetzlicher Mindestlohn. Das Bundeskabinett hat eine entsprechende Verordnung beschlossen, die zunächst zwischen 6,53 und 8,60 Euro Stundenlohn vorsieht.  [mehr]

MindestlohnKein Mindestlohn für Vertragsamateure

27.02.2015 | Vertragsspieler, die auf Minijobbasis in Sportvereinen angestellt sind, fallen nicht unter das Mindestlohngesetz - so Bundesministerin Andrea Nahles in einem Gespräch mit Vertretern des Deutschen Olympischen Sport- und Fußball-Bundes. Die Vereinigung der Vertragsfußballspieler hält diese Rechtsauffassung für falsch.  [weiterlesen auf "Arbeitsrecht im Betrieb"]

Betriebsräte befürworten Mindestlohn

17.11.2010 | Die meisten Betriebsräte in Deutschland befürworten einen Mindestlohn und mehr allgemeinverbindliche Tarifverträge. Das zeigt eine neue Untersuchung des WSI-Tarifarchivs in der Hans-Böckler-Stiftung.  [mehr]

Ähnliche Artikel aus den anderen Rubriken:

Rechtsprechung

Mindestlohn"Toilettenfrauen" bekommen keinen tariflichen Mindestlohn

03.04.2013 | Sanitärbetreuerinnen haben keinen Anspruch auf Zahlung des Mindestlohns für Reinigungskräfte. Das gilt jedenfalls dann, wenn sie nicht nachweisen können, dass sie überwiegend als Reinigungskräfte beschäftigt werden. So das Arbeitsgericht Hamburg.  [weiterlesen auf "Arbeitsrecht im Betrieb"]

MindestlohnKein Hungerlohn für Pizzaboten

29.04.2016 | Ein Pizzabäcker zahlte einer Lieferfahrerin über Jahre nur 3,40 EUR pro Stunde. Die Lohnvereinbarung ist sittenwidrig und nichtig. Da der gesetzliche Mindestlohn noch nicht in Kraft war, können die Arbeitnehmerin oder ihr Sozialhilfeträger die ortsübliche Vergütung einklagen, entschied das LAG Berlin-Brandenburg.  [weiterlesen auf "Arbeitsrecht im Betrieb"]

Gesetzgebung

Ab August erhalten Pflegekräfte gesetzlichen Mindestlohn

15.07.2010 | Pflegekräfte, die sich um kranke und alte Menschen kümmern, klagen schon lange über ihre schlechte Bezahlung. Jetzt hat das Kabinett einen Mindestlohn für die Branche beschlossen.  [mehr]

Bundesarbeitsministerium bringt Mindestlohnverordnung auf den Weg

18.02.2010 | Das Bundesarbeitsministerium hat das Verordnungsverfahren für Mindestlöhne in den so genannten Altbranchen Gebäudereinigung und Dachdeckerhandwerk mit der Veröffentlichung der Verordnungsentwürfe im Bundesanzeiger am 15.01.2010 eingeleitet.  [mehr]

Die neuen Regelungen zum Mindestlohn (18/2009)

09.09.2009 | Verbindliche Lohnuntergrenzen bleiben ein Politikum. Aktuelle Gesetzesänderungen bringen jetzt mehr Klarheit in die bestehenden Regelungen.  [mehr]

Der gesetzliche Mindestlohn (23/2005)

09.11.2005 | Das Thema "gesetzliche Mindestlöhne" ist und bleibt aktuell. Die Bandbreite der Diskussion reicht von "Einstellungshindernis" über die Befürchtung von "Einschnitten in die Tarifautonomie" bis hin zur erhofften "Beseitigung von Hungerlöhnen".  [mehr]