Arbeit & Politik

Online-UmfrageRentenpläne der Bundesregierung fallen durch

Mehr als 92 Prozent der Befragten bei einer DGB-Online-Umfrage sprechen sich gegen die von der Bundesregierung geplante Senkung des Rentenbeitrags aus. Die Mehreinnahmen sollten für die Bekämpfung der Altersarmut eingesetzt werden.

Vier Wochen lang konnten Besucher der Website www.ichwillrente.net ihr Votum zu dem Plan der Bundesregierung abgeben, den Beitrag zur Rentenversicherung zu senken. Mit 92,2 Prozent votierte die Mehrheit dagegen, Sie forderten, die Überschüsse zur Bekämpfung der Altersarmut zu verwenden. Damit sind die Befragten auf einer Linie mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund. Der DGB vertritt die Auffassung, eine Beitragssenkung verspiele die derzeitigen Überschüsse der gesetzlichen Rentenversicherung. Lediglich 7,8 Prozent der Umfrage-Teilnehmer sprechen sich für die Rentensenkung aus.

Bereits im Oktober war eine Forsa-Umfrage zu dem ergebnis gekommen, dass selbst unter den Anhängern der Koalitionsparteien CDU/CSU und FDP nur rund ein Fünftel für eine Beitragssenkung ist.

Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied, hält es für "haarsträubend, dass die Koalition die Milliarden-Reserven verpulvert, bevor der Rentendialog zu wirksamen Lösungen geführt hat." Der Gewerkschaftsbund verlangt von der Bundesregierung, dass ein Teil der in den nächsten Jahren zu erwartenden Überschüsse der Rentenversicherung genutzt wird, um gezielte Verbesserungen insbesondere der Erwerbsminderungsrente zu erreichen. Die drohende Altersarmut sei auch eine Folge der Rentenkürzungen der vergangenen Jahre. Deshalb sei es wichtig, dass die Überschüsse für eine bessere Alterssicherung genutzt werden.

Quelle:
PM des DGB vom 17.11.2011

© arbeitsrecht.de - (mst)

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