Arbeit & Politik

ForschungWie wirken sich Arbeitsbedingungen auf die Gesundheit aus?

15.000 Bochumer bekommen in den nächsten Wochen Post von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Die Umfrage ist Teil eines internationalen Projekts mit Partnern aus Amerika, Asien, Europa und Australien.

Im November wird die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) 15.000 repräsentativ ausgewählte Bochumer zwischen 18 und 65 Jahren anschreiben. Die Umfrage enthält einen 25-seitigen Fragebogen zu den Arbeitsbedingungen der Adressaten und ihrer Gesundheit. Der Fragebogen enthält hauptsächlich Multiple-Choice-Fragen. Der erste Teil des anonymen Fragebogens bezieht sich auf die aktuellen Arbeitsbedingungen der Befragten, also den Arbeitsplatz, die Abläufe im Unternehmen, aber auch arbeitsmarktbezogene Rahmenbedingungen. Fragen zur Gesundheit und gesundheitsbezogene Themen, sowie soziodemographische Informationen runden den Fragekatalog ab.

Arbeits- und Gesundheitsschutz

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Arbeits- und Gesundheitsschutz

Die Umfrage in Bochum ist Teil eines seit über sechs Jahren laufenden internationalen Projekts. Ziel ist es, den weltweit etablierten Fragenbogen "Job Content Questionnaire" (JCQ) zu erweitern. Kern des JCQ ist das so genannte "Demand-Control Modell". Es liefert Erklärungsmuster für Zusammenhänge zwischen Arbeitsbedingungen auf der einen Seite und der Gesundheit der Beschäftigten auf der anderen Seite. Das ursprüngliche Erklärungsmodell wurde in den 70er und 80er Jahren entwickelt. Seit einigen Jahren diskutieren Arbeitswissenschaftler weltweit, wie weit die bisherigen theoretischen Konzepte und daraus resultierende Modelle auch noch für die heutige Arbeitswelt und deren Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigten Gültigkeit haben. So werden im JCQ-Projekt neue Aspekte der Arbeitswelt vor dem Hintergrund veränderter gesellschaftlicher Arbeitsbedingungen erhoben, um deren Zusammenhänge zur Gesundheit aufzuzeigen.

Erstmals nimmt die Umfrage nicht nur die körperlichen Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in den Fokus. Zusätzlich fragen die Arbeitsmediziner vom BAuA-Standort Berlin auch, wie sich Unternehmensabläufe und die verschärfte Lage am Arbeitsmarkt auf die Menschen auswirken. Das Vorhaben wurde durch den Datenschutzbeauftragten der Bundesanstalt geprüft. Ergebnisse aus der Umfrage wird die BAuA in der zweiten Jahreshälfte 2012 präsentieren.

Für Fragen hat die BAuA ein Servicetelefon eingerichtet. Telefon 0231-9071 2071, Montag bis Freitag 8 Uhr bis 16.30 Uhr.

Quelle:
PM der BAuA vom 14.11.2011

© arbeitsrecht.de - (mst)

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