Arbeit & Politik
Mehr Kinderbetreuung würde arbeitslosen Alleinerziehenden helfen
Eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigt, dass der Mangel an Kinderbetreuungsplätzen für Alleinerziehende das größte Hindernis auf dem Weg in die Arbeitswelt ist.
Fehlende Ganztagsbetreuung erschwert alleinerziehenden Langzeitarbeitslosen einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge den Zugang zur Arbeitswelt. Arbeitslose Alleinerziehende nehmen wesentlich seltener an betrieblichen Trainingsmaßnahmen teil als alleinstehende Betroffene ohne Kinder, wie das Nürnberger Institut feststellte. Mit schulischen Trainings allein bekommen Langzeitarbeitslose aber wesentlich seltener einen Job.
Die Mütter gehen erst dann genauso häufig in die Betriebe wie Hartz-IV-Empfängerinnen ohne Kinder, wenn das jüngste Kind mindestens 15 Jahre alt ist. Tendenziell gilt das auch für die ebenfalls als erfolgversprechend geltende Förderung durch Einstiegsgeld oder Eingliederungszuschüsse, wie das IAB mitteilte. Stattdessen nehmen alleinerziehende Langzeitarbeitslose häufiger an Ein-Euro-Jobs oder Bewerbungstrainings teil. «Diese zeitlich flexibleren Maßnahmen passen meist besser in ihre Lebenssituation, führen aber seltener zu einer regulären Stelle», hieß es.
Sobald es aber mehr Kinderbetreuungsmöglichkeiten gibt, nehmen laut IAB auch mehr Alleinerziehende an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik teil: In Regionen mit einer um fünf Prozentpunkte höheren Ganztagsbetreuungsquote für Drei- bis Sechsjährige ist die Eintrittsrate in betrieblichen Trainingsmaßnahmen acht Prozent höher. Dies gelte allerdings nur für Westdeutschland; im Osten ist der Effekt wegen der ohnehin hohen Betreuungsrate nicht nachweisbar.
Quelle:
Kurzbericht des IAB vom 27.10.2011
© arbeitsrecht.de - (akr)
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