Arbeit & Politik

Selbstregulierung statt staatlicher Quote

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat erneut eine gesetzliche Regelung zur Frauenquote abgelehnt und setzt auf die Selbstverpflichtung der Arbeitgeber. Mit gutem Beispiel schreitet derzeit der Deutsche Caritasverband voran.

Der Verband strebt eine Frauenquote von 50 Prozent bei Führungskräften an. Bei der Delegiertenversammlung in Würzburg haben die rund 160 Teilnehmer für die Unternehmen der Caritas eine Quotenregelung empfohlen. Im mittleren Management gebe es bei der Caritas bereits einen hohen Anteil weiblicher Führungskräfte. Das Ziel sei es, den Frauenanteil in Vorständen, Geschäftsführungen und Aufsichtsgremien zu erhöhen, so Caritas-Präsident Peter Neher deutlich. "Uns ist bewusst, dass eine Quotenregelung durchaus kritisch zu sehen ist. Doch letztlich kann nur darüber eine messbare Größe definiert und die Zielerreichung überprüft werden", so Neher.

Die Bundesjustizministerin setzt darauf, dass Unternehmen ihrer Verantwortung gerecht werden und die Förderung von Frauen transparent gestalten. Bis 2013 würden weitere Aufsichtsratsmandate und Vorstandsposten neu zu besetzen sein, bis dahin müssten die Unternehmen noch Taten folgen lassen und die Zahl der Frauen in den Führungsebenen angemessen erhöhen, so Leutheusser-Schnarrenberger. Die 30 Dax-Unternehmen in Deutschland lehnen wie die Ministerin eine gesetzliche Regelung für eine Frauenquote ab.

Positive Entwicklungen sieht Leutheusser-Schnarrenberger auch dank des Deutschen Corporate Governance Kodex. Bei Nachwahlen von einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern seien neun von 23 Posten an Frauen gegangen. Der Kodex genieße hohe Akzeptanz und strahle auch auf nicht börsennotierte Unternehmen positiv aus.

Quelle:
PM des Deutschen Caritasverbandes vom 20.10.2011 und des BMJ vom 17.10.2011

© arbeitsrecht.de - (mst)

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