Arbeit & Politik

DGB fordert Stresstests für Unternehmen

Psychische Belastungen in der Arbeitswelt müssen konsequenter als bisher bekämpft werden, lautet die Forderung des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Stresstests für Arbeitsbedingungen sollen zur Lösung des Problems beitragen.

Psychische Erkrankungen sind der Hauptgrund für Erwerbsminderung. Fast jeder fünfte Rentenzugang erfolgt über die Erwerbsminderungsrente. Die Ursache ist bei rund 40 Prozent der betroffenen Arbeitnehmer eine psychische Erkrankung. "Psychische Belastungen in der Arbeitswelt müssen konsequenter als bisher bekämpft werden. Stresstests sind nicht nur für Bahnhöfe, Atomkraftwerke oder Banken, sondern auch und vor allem für die Arbeitsbedingungen in den Unternehmen nötig", forderte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach anlässlich der Eröffnung der Arbeitsschutzmesse A + A in Düsseldorf.

Die psychischen Belastungen in der Arbeitswelt müssten deshalb und auf allen Ebenen eingedämmt werden. Eine Voraussetzung dafür ist laut DGB die konsequente Umsetzung des Arbeitsschutzgesetzes durch flächendeckende Gefährdungsbeurteilungen in den Unternehmen, so genannte Stresstests. Gleichzeitig müssen die Beschäftigten, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können, durch die Erwerbsminderungsrente deutlich besser abgesichert werden.

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Wie stark der Druck inzwischen gestiegen ist, zeigen auch die Einschätzungen der Beschäftigten hinsichtlich ihrer beruflichen Perspektiven: Nach dem DGB-Index 2010 glauben 60 Prozent der Befragten nicht, dass sie ihre Arbeit bis zum Rentenalter ausführen können. Außerdem gehen mehr als die Hälfte der Beschäftigten mehrmals pro Jahr krank zur Arbeit. Entsprechend sind auch die Verschreibungen von Antidepressiva gestiegen – von 2005 bis 2008 hat sich diese Zahl verdoppelt.

Der drastische Anstieg bei psychischen Erkrankungen hängt nach Einschätzung des DGB eng mit der Ausweitung des Niedriglohnsektors zusammen, der gerade die junge Generation in Unsicherheit hält. "Die Bundesregierung muss auch deshalb die Perspektivlosigkeit aus unsicheren, befristeten und schlecht bezahlten Jobs überwinden", sagte Buntenbach.

Quelle:
PM des DGB vom 18.10.2011

© arbeitsrecht.de - (mst)

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