Arbeit & Politik

Forscher entdecken Teamwork-Gen

Ob ein Mensch kollegial und kooperativ ist, wird von seinen Genen beeinflusst. Wissenschaftler schließen aus der unterschiedlichen Bereitschaft von Männern und Frauen, sich für die Gemeinschaft einzusetzen, dass evolutionäre Mechanismen dahinter stecken.

Die Untersuchungen im Rahmen einer Studie in einer Zusammenarbeit von Wissenschaftlern des Instituts für Arbeitsrecht und Arbeitsbeziehungen in der Europäischen Gemeinschaft (IAAEG) und der Abteilung für Verhaltensgenetik an der Universität Trier haben ergeben, dass eine Variante des gleichen Gens das Verhalten von Männern und Frauen gegensätzlich steuert. Frauen sind eher bereit, einen Beitrag zur Gemeinschaft zu leisten, wenn sie eine weniger aktive Variante des MAOA-Gens aufweisen. Bei Männern ist es genau umgekehrt: Sind sie mit einer weniger aktiven Variante des Gens ausgestattet, zeigen sie gegenüber ihren Mitspielern starke Skepsis und wenig Kooperationsbereitschaft. Ein aktives MAOA stärkt hingegen die eigene Kooperationsbereitschaft. Die Forscher folgern daraus: Evolutionäre Mechanismen sind für diese Entwicklung verantwortlich.

Für die Studie haben Studierende um Geld gespielt. Einen Teil davon konnten sie in einen Gemeinschaftstopf investieren. Die Forscher beschreiben im Online-Fachmagazin PLoS ONE, dass sich Männer und Frauen in Bezug auf ihre Bereitschaft zur Kooperation in Abhängigkeit von einer Variante des Monoaminoxidase A-Gens (MAOA) unterscheiden. MAOA ist auf dem X-Chromosom lokalisiert und wurde in früheren Studien mit aggressivem Verhalten in Zusammenhang gebracht: Männer und Mäuse, denen dieses Gen fehlt, sind überaus gewalttätig, heißt es in einer Mitteilung der Universität Trier.

Auch zukünftig will das interdisziplinäre Forscherteam das Zusammenspiel von Verhaltensökonomie und Verhaltensgenetik im Rahmen weiterer gemeinsamer Arbeiten untersuchen. 

Quelle:
PM der Universität Trier vom 30.08.2011

© arbeitsrecht.de - (mst)

Artikel drucken
  • Xing

Ähnliche Artikel aus Arbeit & Politik

2010: So viele Chefinnen gab's noch nie

08.06.2011 | Fast 28 Prozent der Führungspositionen in privaten Unternehmen in Deutschland sind mit einer Frau besetzt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist der Anteil weiblicher Chefs in den letzten Jahren angestiegen und hat im Jahr 2010 einen neuen Höchststand erreicht.  [mehr]

Leitbild für Gleichheit

31.01.2011 | Der Gleichstellungspolitik in Deutschland fehlt es trotz erheblicher Fortschritte in den vergangenen Jahren an einem gemeinsamen Leitbild. Das ist das Fazit des ersten Gleichstellungsberichts, den eine Sachverständigenkommission der Bundesregierung vorgelegt hat.  [mehr]

Selbstregulierung statt staatlicher Quote

21.10.2011 | Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat erneut eine gesetzliche Regelung zur Frauenquote abgelehnt und setzt auf die Selbstverpflichtung der Arbeitgeber. Mit gutem Beispiel schreitet derzeit der Deutsche Caritasverband voran.  [mehr]

Justizminister fordert mehr Frauen in Führungspositionen

09.05.2011 | Der nordrhein-westfälische Justizminister Thomas Kutschaty hat sich für eine deutliche Steigerung der Zahl weiblicher Führungskräfte in der deutschen Wirtschaft ausgesprochen. Er forderte ein Rollenbild, das auf Chancengleichheit setzt.  [mehr]

"Heute für morgen Zeichen setzen" - 100 Jahre Internationaler Frauentag

08.03.2011 | Heute feiern Frauenorganisationen und Gewerkschaften zum 100. Mal den Internationalen Frauentag. Seit 1977 von den Vereinten Nationen als "Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden" begangen, hat der Gedenktag seine Wurzeln in der Zeit des Kampfes für Frauenwahlrecht und der Gleichberechtigung vor dem Ersten Weltkrieg.  [mehr]

Ähnliche Artikel aus den anderen Rubriken:

Rechtsprechung

StellenbesetzungMinisterium übergeht Gleichstellungsbeauftragte

23.05.2014 | Ausgerechnet beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend war die eine Zeitlang gängige Beteiligung der Gleichstellungsbeauftragten rechtswidrig. So das Verwaltungsgericht Berlin. Betroffen sind gleich drei Stellenbesetzungen, darunter auch die Stelle eines hohen politischen Beamten.  [weiterlesen auf "Der Personalrat"]

InteressenvertretungBerliner Richter darf nicht Frauenvertreterin werden

14.12.2012 | Für die Wahl einer Frauenvertreterin steht Männern weder das aktive noch das passive Wahlrecht zu. Das hat das Verwaltungsgericht (VG) Berlin kürzlich in einem Eilverfahren entschieden.  [weiterlesen auf "Der Personalrat"]

Gesetzgebung

FrauenquoteEU-Kommission schlägt 40%-Quote in Unternehmensvorständen vor

19.11.2012 | Nachdem dem deutschen Bundestag bereits ein Gesetzesentwurf für eine verbindliche Frauenqoute in Unternehmen zur Beratung vorliegt, strebt nun die EU-Kommission eine gemeinschaftsweite Regelung an. Der am 14. November 2012 beschlossene Gesetzesvorschlag muss allerdings noch Parlament und Ministerrat passieren. Die deutschen Gewerkschaften begrüßen die Initiative.  [mehr]

Neu im Jahr 2013 (I)Rentenbeitrag sinkt, Pflegeversicherung steigt, Praxisgebühr fällt weg

24.12.2012 | In einer kleinen Serie informieren wir Sie an den verbleibenden Werktagen bis zum Jahreswechsel darüber, was sich im neuen Jahr für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ändert. Heute: Was ändert sich in der Renten- und Pflegeversicherung und bei der Praxisgebühr?  [mehr]

Arbeitshilfen

Rechtslexikon: Chancengleichheit

29.01.2010 | Der Begriff der Chancengleichheit findet sich im Arbeitsrecht und im öffentlichen Dienstrecht in einer Vielzahl von Ausgestaltungen.  [mehr]

Gleichstellung im Betrieb (07/2004)

24.03.2004 | Sich für gleiche Chancen von Männern und Frauen in der Arbeitswelt einzusetzen, gehört zu den allgemeinen Aufgaben von Betriebsräten. Am erfolgreichsten sind sie dabei, wenn es ihnen gelingt, Chancengleichheitsaspekte in ihr "Kerngeschäft" zu integrieren.  [mehr]

Aus den Zeitschriften

Arbeitsrecht im Betrieb: Mehr Frauen in die Aufsichtsräte

19.09.2011 | Nach wie vor sind Frauen in den Führungsetagen großer Unternehmen unterrepräsentiert. Das eine Frauenquote Erfolg haben kann, stellen die europäischen Nachbarn unter Beweis. Die IG Metall will, das mindestens jedes dritte Aufsichtsratsmitglied eine Frau ist.  [mehr]