Arbeit & Politik
DUW-Studie: Jeder fünfte Erwerbstätige ist unzufrieden
Die Studie der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW) untersucht, wie Erwerbstätige mit ihren Anforderungen im Beruf zurechtkommen. Nach Ansicht von Experten sollten Personalverantwortliche ihre Mitarbeiter besser einsetzen.
Jeder fünfte Erwerbstätige fühlt sich in seinem Beruf nicht richtig eingesetzt. Das zeigt eine aktuelle Umfrage unter 1.005 Berufstätigen im Rahmen der Studie "Kompetenz- und Talentmanagement" der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW). Jeweils 11 Prozent der Befragten fühlen sich überfordert oder unterfordert. "Unternehmen müssen die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besser nutzen", sagt Prof. Dr. Ada Pellert, Präsidentin der DUW. Wenn Anforderungen und Kompetenzen nicht zusammenpassen, entsteht für Unternehmen eine Existenz bedrohende Gefahr.
Zu hohes Arbeitspensum, anspruchslose Aufgaben
Mehr als die Hälfte der Unterforderten (53 Prozent) gibt in der Forsa-Umfrage an, zu wenig anspruchsvolle Aufgaben zu bekommen. Über mangelnde Verantwortung klagen 48 Prozent dieser Gruppe, 37 Prozent empfinden ihren Beruf als zu wenig abwechslungsreich. "Langeweile im Job führt dazu, dass sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer weniger zutrauen und schließlich tatsächlich Kompetenzen verlieren. Dies wird schnell zur Abwärtsspirale", warnt Pellert. Die Überforderten leiden vor allem unter ihrem hohen Arbeitspensum (73 Prozent). Jeder dritte dieser Gruppe meint, zu viel Verantwortung zu tragen (35 Prozent) oder sehnt sich nach mehr Routine (30 Prozent).
Per Weiterbildung aus der Unzufriedenheit
Wer über längere Zeit an Überforderung oder Unterforderung leidet, läuft auf Dauer in die Gefahr eines Burnouts oder Boreouts. Jeder dritte Unzufriedene hat sich mit seiner Situation abgefunden. Fast die Hälfte will jedoch an sich selbst (22 Prozent) oder an der Situation im Job (22 Prozent) etwas ändern – etwa durch Weiterbildung oder ein Gespräch mit den Vorgesetzten. "Weiterbildung kann Überforderten helfen, sich selbst besser zu strukturieren und in ungewohnten Situationen handlungsfähig zu bleiben", erklärt Pellert. "Unterforderte sollten sich aktiv um neue Herausforderungen bemühen." 18 Prozent der Unzufriedenen geben an, dass sie sich einen anderen Arbeitgeber suchen wollen.
Unternehmen setzen auf Kompetenzprofile
In so genannten "Kompetenzprofilen" legen immer mehr große Unternehmen detailliert fest, welche Fähigkeiten für bestimmte Aufgaben gefordert sind. Führungskräfte können durch Gesprächsleitfäden herausfinden, ob die Produktmanagerin ihre Durchsetzungsfähigkeit trainieren müsste und der neue Servicemitarbeiter die nötige Kundenorientierung mitbringt. Neben den fachlichen Kompetenzen schätzen die befragten Personalexpertinnen und -experten insbesondere Selbstorganisation, aber auch Kooperation und interkulturelle Kommunikation als wichtige Zukunftskompetenzen ein.
Quelle:
PM der Deutschen Universität für Weiterbildung vom 15.09.2011
© arbeitsrecht.de - (akr)
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