Arbeit & Politik

Freiwillige Konfliktbewältigung am Arbeitsgericht

Seit 15. September 2011 können die Parteien im Landesarbeitsgerichtsbezirk Düsseldorf bei Verfahren vor den Arbeitsgerichten Düsseldorf, Krefeld und Oberhausen auf professionelle richterliche Mediation zurückgreifen.

Im Bezirk des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf gibt es jetzt ein Mediatorenteam mit mehreren Richtern, das die Parteien bei der Suche nach einer einvernehmlichen Lösung unterstützt. Entscheiden sich die Parteien für die Mediation, wird der Rechtsstreit terminlos gestellt. Die Geschäftsstelle für Mediation bestimmt dann den zuständigen Mediator. Unmittelbar nachdem das Verfahren dem Mediator zugeleitet worden ist, kommt es zu einer kurzfristigen Terminvereinbarung.

Bei der freiwilligen Mediation geht es immer darum, gemeinsam eine faire, einvernehmliche, selbstverantwortliche und für alle Parteien tragbare Lösung zu entwickeln. Mit Hilfe einer besonderen Gesprächsführung werden die Interessen und Bedürfnisse beider Parteien betrachtet und der Lösungsfindung zugrunde gelegt. Anders als im gerichtlichen Verfahren ist es nicht Aufgabe der Mediation, den Konflikt auf den rechtlich relevanten Sachverhalt zu reduzieren und rechtlich zu lösen. In Konfliktsituationen am Arbeitsplatz kann die Mediation beispielsweise die Fortsetzung der Arbeitsbeziehung ermöglichen. Es geht nicht um eine Bewertung vergangener Ereignisse, sondern um die Frage, wie es weiter geht.

Ziel der Mediation ist es, die gemeinsam gefundene Lösung in einer Mediationsvereinbarung verbindlich festzuschreiben und den Konflikt der Parteien so dauerhaft beizulegen.

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Quelle:
PM des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf vom 15.09.2011

© arbeitsrecht.de - (mst)

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