Arbeit & Politik

EU-OSHA: Gesund und sicher arbeiten in Europa

Die gesundheitliche Verfassung der europäischen Erwerbsbevölkerung ist der Schlüssel zu einem nachhaltigen wirtschaftlichen Aufschwung. Das geht aus dem Jahresbericht der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) für 2010 hervor.

Die Wirtschaftskrise kann Menschen dauerhaft in die Arbeitslosigkeit drängen und sehr viele können aufgrund einer längeren Erkrankung aus der Arbeitswelt ausgegrenzt werden. Darauf wies wies Jukka Takala in der Einleitung zu seinem letzten Jahresbericht als Direktor der Agentur hin. Der Produktionsausfall durch Menschen, die wegen Krankeit oder Behinderung nicht arbeitstätig sind, betrage für die gesamte EU in jedem Jahr schätzungsweise 3.000 Milliarden Euro.

Die Aufgabe der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz besteht darin, zu sichereren, gesünderen und produktiveren Arbeitsplätzen in Europa beizutragen. Die EU-OSHA mit Sitz im spanischen Bilbao wurde von der Europäischen Union geschaffen, um einen Beitrag zur Deckung des Informationsbedarfs im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit zu leisten.

Der Jahresbericht 2010 stellt heraus, wie die Agentur trotz der schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen weiterhin Sorge für die Sicherheit und die Gesundheit der Beschäftigten in Europa getragen hat. Ein Augenmerk lag auf der Einführung der Kampagne für gesunde Arbeitsplätze zum Thema sichere Wartung. Die zweijährigen Kampagnen der EU-OSHA zu Sicherheit und Gesundheitsschutz sind mittlerweile die größten Kampagnen dieser Art weltweit. Die Kampagne Sichere Instandhaltung habe eine nie dagewesene Zahl von beteiligten Partnerorganisationen verzeichnet, heißt es in einer Mitteilung der Agentur.

Als Höhepunkt bezeichnet die Agentur die Piloteinführung des interaktiven Online-Tools zur Gefährdungsbeurteilung (OiRA), das aus der Kampagne für gesunde Arbeitsplätze 2008/09 zum Thema Gefährdungsbeurteilung hervorgegangen ist. Das Online-Tool steht kostenfrei zur Verfügung und wird es vielen Tausenden kleinen Unternehmen in der gesamten EU ermöglichen, einfach und kostengünstig Risikobeurteilungen durchzuführen.

Hier geht's zur deutschsprachigen Zusammenfassung des Jahresberichts 2010!

Quelle:
PM der EU-OSHA vom 28.06.2011

© arbeitsrecht.de - (mst)

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