Arbeit & Politik

Gemeinsam gegen den Fachkräftemangel

Die Bundesregierung, Wirtschaft und Gewerkschaften sind sich darin einig, dass jetzt gehandelt werden muss, um die Fachkräftebasis von morgen zu sichern. Politik und Sozialpartner stehen vor einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe.

Bei einem Spitzengespräch der Bundesregierung mit der deutschen Wirtschaft und den Gewerkschaften am Mittwoch bestand Einigkeit, dass Bildung, internationale Orientierung und gezielte Werbung für den Standort Deutschland in Zukunft verstärkt Beachtung finden müssen. Die Beschäftigungslage in Deutschland sei derzeit ausgesprochen gut, betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Auftakt des Dialogs im brandenburgischen Meseberg. Das bedeute aber nicht, dass Wachstum und Beschäftigung in den kommenden Jahren automatisch gesichert seien.

Unternehmen verzeichnen in einigen Gesundheits-, Sozial- und naturwissenschaftlichen Berufen schon heute einen Fachkräftemangel. Dieser wird sich angesichts des demografischen Wandels noch verschärfen. Der Altersaufbau der Bevölkerung verschiebt sich dermaßen, dass bis 2025 voraussichtlich 6,5 Millionen Fachkräfte fehlen, heißt es in einer Mitteilung der Bundesregierung.

Nachdem die Bundesregierung am Mittwochmorgen ein umfassendes Konzept zur Fachkräftesicherung beschlossen hatte, verständigten sich am Nachmittag Bund, Wirtschaft und Gewerkschaften auf eine gemeinsame Erklärung. Die Bundeskanzlerin sprach von einer "gesamtgesellschaftlichen Aufgabe".

Die Kernpunkte der Erklärung: 

  • Ältere sollen länger und gesund im Job bleiben. 
  • Die Potenziale von Frauen sollen für den Arbeitsmarkt weiter erschlossen werden. Hierzu
    werden die Rahmenbedingungen für die Erwerbstätigkeit von Frauen verbessert und die Ursachen für geschlechtspezifische Entgelt- und Chancenunterschiede auf dem Arbeitsmarkt
    angegangen.
  • Das Bildungssystem soll hochwertig und durchlässig sein. Junge Menschen sollen von der Kindertagesstätte an bis zur Hochschule gezielte Förderung erfahren.
  • Für Berufserfahrene wollen Politik und Wirtschaft den Zugang zur Hochschule erleichtern: etwa mit Brücken ins Studium und berufsbegleitenden Studiengängen.

Der deutsche Arbeitsmarkt müsse zudem international attraktiver werden. Nur so könne es gelingen, mehr qualifizierte ausländische Fachkräfte zu gewinnen.

Im Ausland will die Bundesregierung verstärkt für Deutschland als Arbeit-, Ausbildungs- und Studienort werben. Dabei müsse es selbstverständlich sein, dass ausländische Fachkräfte zu gleichen Bedingungen arbeiten wie die inländischen.

Quelle:
PM der Bundesregierung vom 22.06.2011

© arbeitsrecht.de - (mst)

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