Arbeit & Politik
Große Unterschiede, kleine Wirkung
Die meisten Fördermaßnahmen der Arbeitsagentur, mit denen Menschen langfristig in Arbeit gebracht werden sollen, sind nicht überflüssig. Das geht aus einem Bericht der agentureigenen Forschungseinrichtung hervor, dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

©pixelio/Rainer Sturm
Arbeitsmarktinstrumente wie Weiterbildung oder Ein-Euro-Jobs wirken sich für bestimmte Zielgruppen in unterschiedlichen Nuancen positiv aus, schreiben die Arbeitsmarktforscher in einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die oft kritisierten Ein-Euro-Jobs haben der IAB-Studie zufolge leicht positive Beschäftigungseffekte. Andererseits existiere aber auch kein ideales Instrument. So sei beispielsweise bei den betriebsnahen Instrumenten, die die höchsten Eingliederungseffekte aufweisen, wie dem Eingliederungszuschuss oder den betrieblichen Trainingsmaßnahme das Risiko von Mitnahme- und Substitutionseffekten groß, der geförderte also auch ohne die Maßnahme eingestellt worden wäre. Verzichten könnte man laut IAB am ehesten auf Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM), die in den vergangenen Jahren aber ohnehin nur noch wenig eingesetzt wurden.
Bei fast allen Instrumenten schwanke die Wirkung stark, wenn zwischen einzelnen Gruppen von Geförderten differenziert wird. Neben dem regionalen Umfeld, der Organisation und der Qualität der Maßnahme sei insbesondere die Teilnehmerstruktur von Bedeutung, betont das IAB. Die Forschungsergebnisse zu den Ein-Euro-Jobs würden beispielsweise zeigen, dass diese zu undifferenziert eingesetzt werden. Der Maßnahmeneinsatz orientiere sich insgesamt noch nicht konsequent genug an den individuellen Bedarfen der Arbeitslosen und dem Zuschnitt des Instruments. Es habe sich gezeigt, dass beispielsweise Beschäftigung schaffende Maßnahmen nur für schwer vermittelbare Personengruppen geeignet sind. Während sich bei diesen Gruppen mittelfristig leicht positive Effekte zeigen, entstehen bei der Förderung von relativ arbeitsmarktnahen Arbeitslosen deutliche Einbindungseffekte, heißt es in der Zusammenfassung der Studienergebnisse.
Anzustreben sei, die gesetzlichen Detailregelungen zu verringern und stattdessen den Vermittlern mehr Spielraum bei der Anwendung der Instrumente zu geben. Wenig sinnvoll sei unter anderem die gesetzliche Trennung zwischen den verschiedenen Varianten von Eingliederungszuschüssen. Die Nürnberger Forscher merken dazu jedoch an, dass die Herausforderung für die Vermittler anwächst, wenn die Regelungsdichte bei Einzelinstrumenten zugunsten größerer dezentraler Flexibilität verringert wird.
Quelle:
PM des IAB vom 16.05.2011, IAB-Kurzbericht 11/2011
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arbeitsrecht.de -
(mst)
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