Arbeit & Politik

Pendlerpauschale zu niedrig

Der Preis für einen Liter Benzin oder Diesel wechselt fast stündlich, meistens steigt er. Die Pendlerpauschale wird der aktuellen Preissituation an den Tankstellen nicht gerecht, sie ist zu niedrig. Das hat der Bund der Steuerzahler berechnet und fordert mehr Kilometergeld für Pendler.

Nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler (BdSt) kostet jeder gefahrene Kilometer rund 40 Cent. Dazu haben die Experten verschiedene Beispielsberechnungen mit unterschiedlichen Fahrzeugtypen vorgenommen. Der jetzige Satz von 30 Cent je Entfernungskilometer, also 15 Cent je gefahrenen Kilometer, sei unzureichend, so das Ergebnis der Berechnung. "Die Pendlerpauschale muss entsprechend angepasst werden", fordert Karl Heinz Däke, Präsident des Bundes der Steuerzahler.

Fahrtkosten zur Arbeit sind steuerlich als Werbungskosten absetzbar. Sie entstehen im unmittelbaren Zusammenhang mit der Einkommenserzielung und müssen daher auch angemessen berücksichtigt werden, so die Forderung des BdSt. Auch die Kosten für die öffentlichen Verkehrsmittel seien in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen, ohne dass die Pendlerpauschale angepasst worden wäre. Im Jahr 2004 wurde sie sogar gekürzt. Laut Däke wäre es sinnvoll, die Kürzung der Pendlerpauschale zurückzunehmen. Für die ersten zehn Entfernungskilometer zur Arbeit würde dann ein Satz von 36 Cent gelten, ab dem elften Kilometer 40 Cent je Entfernungskilometer.

Nach aktuellen Zahlen des Kraftfahrbundesamtes nutzen knapp zwei Drittel aller Arbeitnehmer den Pkw für den Weg zur Arbeit. Deshalb müsse der Pkw als Referenzfall herangezogen werden.


Quelle:

PM des BdSt vom 12.05.2011

© arbeitsrecht.de - (mst)

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