Arbeit & Politik

Geistig fit mit "PFIFF"

Geistige Fähigkeiten können im Alter nachlassen. Einseitige Arbeit, ungünstige Arbeitsbedingungen, falsche Ernährung und mangelnde Bewegung spielen oft eine Rolle. Mit dem Projekt "PFIFF" sollen ältere Mitarbeiter fit im Kopf bleiben.

"PFIFF" ist ein Programm zur Erforschung und Förderung intellektueller Fähigkeiten älterer Beschäftigten. Das Programm habe gezeigt, dass Maßnahmen zum kognitiven Training die geistige Fitness von Beschäftigten ab 40 Jahre erhalten und verbessern können, heißt es in einer Mitteilung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Sie wirken nachhaltig, wenn sie von Unternehmen in die betriebliche Gesundheitsförderung integriert werden. "PFIFF 1" hatte die Einflüsse von Bewegung, Ernährung, Stress und Gehirntraining auf die kognitive Leistungsfähigkeit untersucht und Ergebnisse aus der wissenschaftlichen Literatur zusammengestellt.

Im zweijährigen Folgeprojekt "PFIFF 2" ging es im Anschluss vor allem um die praktische Umsetzung und Wirksamkeitsprüfung von Trainingsmaßnahmen zum Erhalt der geistigen Fitness älterer Arbeitnehmer. Das sei vor dem Hintergrund des demografischen Wandels besonders wichtig. Partner des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) geförderten Projekts der BAuA und der Initiative Neue Qualität der Arbeit sind die Adam Opel GmbH, das Leibniz-Institut für Arbeitsforschung TU Dortmund (IfADo), die Ruhr-Universität Bochum, die Rehabilitationspsychologie der TU Dortmund und die Gesellschaft für Gehirntraining.

Aus Theorie wird Praxis

In der Pilotphase wurde das Training bei den Mitarbeitern aus dem Produktionsbereich der Bochumer Opel-Werke durchgeführt. Mit der Bündelung der Ergebnisse aus dieser ersten Phase sollte eine Optimierung des Trainingskonzeptes an die spezifischen Gegebenheiten im betrieblichen Kontext ermöglicht werden. Diese Erfahrungen wurden in einer zweiten Phase dazu genutzt, Konzepte zu erarbeiten, wie Mitarbeiter geschult werden können, um in den Betrieben mit älteren Kollegen die kognitiven Fähigkeiten zu trainieren.

Die Teilnehmer haben drei Monate lang einen Einblick in den optimalen Umgang mit ihren geistigen Kompetenzen erhalten und anhand PC-basierter Aufgaben beispielsweise Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit, Erinnerungsfähigkeit, Kurzzeitgedächtnis und räumliche Aufmerksamkeit trainiert. Außerdem wurde der Umgang mit Stresssituationen gelehrt, zum Beispiel mit Entspannungsübungen.

Im Zusatzmodul Lebensstil ging es um die Bedeutung bestimmter Aspekte des Lebensstils für die geistige Fitness.

Vor und nach den Trainings erfolgten begleitende Untersuchungen, etwa neuropsychologische Verfahren zur Erfassung von Aufmerksamkeitsfunktionen oder EEG-Untersuchungen zur Messung der Hirnaktivität während der Bearbeitung von Aufmerksamkeits- und Gedächtnisaufgaben. Damit sollte die Wirksamkeit des Trainings belegt werden. In Fragebögen wurden stressrelevante Faktoren wie das private Umfeld, das Freizeitverhalten, die Motivation, die Persönlichkeitsmerkmale, der Umgang mit Stress, die Einstellung zum Arbeitsplatz oder die generelle Zufriedenheit mit der aktuellen Arbeits- und Lebenssituation erfasst.

Insgesamt lieferte "PFIFF" grundlegende Erkenntnisse über Möglichkeiten, mit denen sich die geistigen Fähigkeiten älterer Beschäftigter erhalten und verbessern lassen. Daraus lassen sich Ansätze zur Arbeitsgestaltung ableiten, die dem demografischen Wandel Rechnung tragen und den Einsatz älterer Arbeitnehmer in Produktionsbetrieben fördern, so die Bilanz des Projekts.

Mehr zu "PFIFF" finden Sie hier!

Quelle:
PM des BAuA vom 13.05.2011

© arbeitsrecht.de - (mst)

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