Arbeit & Politik

Justizminister fordert mehr Frauen in Führungspositionen

Der nordrhein-westfälische Justizminister Thomas Kutschaty hat sich für eine deutliche Steigerung der Zahl weiblicher Führungskräfte in der deutschen Wirtschaft ausgesprochen. Er forderte ein Rollenbild, das auf Chancengleichheit setzt.

Die Zahl der Frauen in Führungspositionen sei "immer noch verschwindend gering", sagte der Minister auf dem "NRW Forum Recht 2011", das das Justizministerium in Kooperation mit dem Deutschen Juristinnenbund ausgerichtet hat. Im Mittelpunkt der Veranstaltung unter dem Titel "Mit Recht für Frauen", an der mehr als 200 Experten teilgenommen haben, stand die Beteiligung von Frauen am Rechts- und Wirtschaftsleben.

Gerade in den entscheidenden Kreisen der Aufsichtsräte und Vorstände seien noch Vorstellungen zur Rollenverteilung anzutreffen, die zwar selten ausgesprochen werden, aber doch zu oft Grundlage für die Missachtung der Chancengleichheit bei der Besetzung von Führungspositionen sind, betonte der Kutschaty. Es fehlt nicht an hochqualifiziertem weiblichem Nachwuchs. Frauen stellen inzwischen die Mehrheit der erfolgreichen Hochschulabsolventen. Sie zu ignorieren, hieße auf die Hälfte der zur Verfügung stehenden Humanressourcen zu verzichten. Das wäre - gerade in Zeiten des demografischen Wandels - eine fatale unternehmerische Fehlentscheidung.

Neben dem Themenkreis "Frauen in Führungspositionen" befasste sich die Tagung mit dem zweiten Schwerpunkt "Frauen mit Zuwanderungsgeschichte – Wo sind Recht und Justiz gefordert?". Trotz guter Leistungen in der Schule fehle Mädchen mit Migrationshintergrund oft die Möglichkeit, ihre Potentiale nutzbringend einzusetzen. Auf dem Weg zu beruflichem Erfolg und gesellschaftlicher Teilhabe erleben sie, dass mit Geschlecht und Herkunft gleich zwei Hürden zu überwinden sind, heißt es in einer Mitteilung des Justizministeriums.

Wo Rechte der Frauen gefährdet seien, stelle sich die Frage nach neuen oder strengeren gesetzlichen Regeln. Im Einzelfall sei die Justiz gefordert, Rechte zu sichern und widerstreitende Rechtspositionen zu einem Ausgleich zu bringen.


Quelle:
PM des nordrhein-westfälischen Justizministeriums vom 09.05.2011

© arbeitsrecht.de - (mst)

Artikel drucken
  • Xing

Ähnliche Artikel aus Arbeit & Politik

Forscher entdecken Teamwork-Gen

11.10.2011 | Ob ein Mensch kollegial und kooperativ ist, wird von seinen Genen beeinflusst. Wissenschaftler schließen aus der unterschiedlichen Bereitschaft von Männern und Frauen, sich für die Gemeinschaft einzusetzen, dass evolutionäre Mechanismen dahinter stecken.  [mehr]

2010: So viele Chefinnen gab's noch nie

08.06.2011 | Fast 28 Prozent der Führungspositionen in privaten Unternehmen in Deutschland sind mit einer Frau besetzt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist der Anteil weiblicher Chefs in den letzten Jahren angestiegen und hat im Jahr 2010 einen neuen Höchststand erreicht.  [mehr]

Leitbild für Gleichheit

31.01.2011 | Der Gleichstellungspolitik in Deutschland fehlt es trotz erheblicher Fortschritte in den vergangenen Jahren an einem gemeinsamen Leitbild. Das ist das Fazit des ersten Gleichstellungsberichts, den eine Sachverständigenkommission der Bundesregierung vorgelegt hat.  [mehr]

Selbstregulierung statt staatlicher Quote

21.10.2011 | Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat erneut eine gesetzliche Regelung zur Frauenquote abgelehnt und setzt auf die Selbstverpflichtung der Arbeitgeber. Mit gutem Beispiel schreitet derzeit der Deutsche Caritasverband voran.  [mehr]

"Heute für morgen Zeichen setzen" - 100 Jahre Internationaler Frauentag

08.03.2011 | Heute feiern Frauenorganisationen und Gewerkschaften zum 100. Mal den Internationalen Frauentag. Seit 1977 von den Vereinten Nationen als "Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden" begangen, hat der Gedenktag seine Wurzeln in der Zeit des Kampfes für Frauenwahlrecht und der Gleichberechtigung vor dem Ersten Weltkrieg.  [mehr]

Ähnliche Artikel aus den anderen Rubriken:

Rechtsprechung

StellenbesetzungMinisterium übergeht Gleichstellungsbeauftragte

23.05.2014 | Ausgerechnet beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend war die eine Zeitlang gängige Beteiligung der Gleichstellungsbeauftragten rechtswidrig. So das Verwaltungsgericht Berlin. Betroffen sind gleich drei Stellenbesetzungen, darunter auch die Stelle eines hohen politischen Beamten.  [weiterlesen auf "Der Personalrat"]

InteressenvertretungBerliner Richter darf nicht Frauenvertreterin werden

14.12.2012 | Für die Wahl einer Frauenvertreterin steht Männern weder das aktive noch das passive Wahlrecht zu. Das hat das Verwaltungsgericht (VG) Berlin kürzlich in einem Eilverfahren entschieden.  [weiterlesen auf "Der Personalrat"]

Gesetzgebung

FrauenquoteEU-Kommission schlägt 40%-Quote in Unternehmensvorständen vor

19.11.2012 | Nachdem dem deutschen Bundestag bereits ein Gesetzesentwurf für eine verbindliche Frauenqoute in Unternehmen zur Beratung vorliegt, strebt nun die EU-Kommission eine gemeinschaftsweite Regelung an. Der am 14. November 2012 beschlossene Gesetzesvorschlag muss allerdings noch Parlament und Ministerrat passieren. Die deutschen Gewerkschaften begrüßen die Initiative.  [mehr]

Neu im Jahr 2013 (I)Rentenbeitrag sinkt, Pflegeversicherung steigt, Praxisgebühr fällt weg

24.12.2012 | In einer kleinen Serie informieren wir Sie an den verbleibenden Werktagen bis zum Jahreswechsel darüber, was sich im neuen Jahr für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ändert. Heute: Was ändert sich in der Renten- und Pflegeversicherung und bei der Praxisgebühr?  [mehr]

Arbeitshilfen

Rechtslexikon: Chancengleichheit

29.01.2010 | Der Begriff der Chancengleichheit findet sich im Arbeitsrecht und im öffentlichen Dienstrecht in einer Vielzahl von Ausgestaltungen.  [mehr]

Gleichstellung im Betrieb (07/2004)

24.03.2004 | Sich für gleiche Chancen von Männern und Frauen in der Arbeitswelt einzusetzen, gehört zu den allgemeinen Aufgaben von Betriebsräten. Am erfolgreichsten sind sie dabei, wenn es ihnen gelingt, Chancengleichheitsaspekte in ihr "Kerngeschäft" zu integrieren.  [mehr]

Aus den Zeitschriften

Arbeitsrecht im Betrieb: Mehr Frauen in die Aufsichtsräte

19.09.2011 | Nach wie vor sind Frauen in den Führungsetagen großer Unternehmen unterrepräsentiert. Das eine Frauenquote Erfolg haben kann, stellen die europäischen Nachbarn unter Beweis. Die IG Metall will, das mindestens jedes dritte Aufsichtsratsmitglied eine Frau ist.  [mehr]