Arbeit & Politik

So hält der Rücken bis zur Rente

Ein Drittel aller Erwerbstätigen in Deutschland sitzt täglich mindestens fünf Stunden am Computer. Damit die Arbeit mit dem PC nicht zum Gesundheitsrisiko wird, sollten immer wieder Entspannungspausen und Rückengymnastik für Abwechslung sorgen.

Rückenschmerzen sind in Deutschland immer noch die häufigste Ursache für Krankschreibungen. Das zeigen die jährlichen Statistiken der Krankenkassen. Einer der Auslöser für Rückenleiden ist zu langes Sitzen. Wie aus einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Branchenverbandes Bitkom hervorgeht, sitzt jeder dritte Arbeitnehmer Tag für Tag mehr als fünf Stunden an seinem Computer. Belastungen für den Rücken können zwar auch durch richtiges Sitzen und muskulaturbildende Übungen gemindert werden. Aber auch der Arbeitgeber muss sich um die Gesundheit seiner Mitarbeioter kümmern. Die haben laut Sozialgericht Dresden (Urteil vom 29.3.2010, Az. S 24 R 157/08) zwar keinen Anspruch auf einen orthopädischen Bürostuhl. Für ergonomisches Mobiliar muss der Arbeitgeber dennoch sorgen - und so seiner Fürsorgepflicht gegenüber der Belegschaft nachkommen. 


Damit der Rücken bis zur Rente hält, sollten "Bildschirmarbeiter" folgendes beachten:

  • Besonders wichtig als Schutz vor Rückenschäden ist die richtige Sitzposition am Arbeitsplatz. Dazu Schreibtisch und Stuhl in der passenden Höhe einstellen! Ober- und Unterschenkel sowie Ober- und Unterarme sollten im rechten Winkel zueinander stehen. Tastatur und Maus befinden sich in einer Ebene mit Ellenbogen und Handflächen.

  • Dynamisch sitzen: Ein guter Bürostuhl muss höhenverstellbar sein und hat eine flexible Lehne haben, die sich den Bewegungen des Nutzers anpasst. Die Füße benötigen eine feste Auflage.

  • PC-Nutzer sollten einen Sichtabstand von mindestens 50 Zentimeter zum Monitor einhalten. Bei größeren Geräten kann die Entfernung bis zu 80 Zentimeter betragen.

  • Wer mobile Geräte wie beispielsweise ein Notebook oder Tablet-PC nutzt, sollte beim stationären Einsatz von Notebooks eine externe Tastatur und möglichst einen externen Monitor anschließen.

  • Beleuchtung von der Seite: Der Arbeitsplatz sollte ausreichend Tageslicht erhalten und der Bildschirm im rechten Winkel zum Fenster stehen. Damit werden Blendungen und Reflexionen vermieden, die das Auge belasten und zu Ermüdung führen können. Bei zu hellem Licht sollten Sonnenschutzvorrichtungen verwendet werden.

  • In Bewegung bleiben: Der Mensch ist nicht zum Dauersitzen geschaffen. Sorgen Sie in Ihrem Arbeitsalltag für ausreichend Bewegung. Ein kurzes Übungsprogramm kann dabei helfen: Krankenkassen empfehlem zum Beispiel Hände und Arme zwischendurch öfter auszuschütteln, zu lockern und zu dehnen. Wer unter Verspannungen im Nacken leidet, sollte alle 20 Minuten eine kurze Bewegungspause einlegen, am besten aufstehen, die Schultern kreisen und sich strecken.


Quelle:
PM von Bitkom vom 26.04.2011

© arbeitsrecht.de - (mst)

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