Arbeit & Politik

Beschäftigungsaufschwung im Mittelstand

Ob Maschinenbau oder Gastgewerbe - der Mittelstand in Deutschland will nach Erkenntnissen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages in diesem Jahr rund eine viertel Million zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.

Rund 21 Prozent der Unternehmen mit bis zu 500 Beschäftigten wollen laut Deutschem Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in diesem Jahr ihr Personal aufstocken. Nur sieben Prozent planen, die Zahl der Beschäftigten zu verringern. So expansive Personalpläne gab es zuletzt im Jahr 2007 und nach der Wiedervereinigung.

Insbesondere in den Branchen Maschinenbau und Elektrotechnik wollen kleine und mittlere Unternehmen nach aktuellen Zahlen des DIHK mehr Mitarbeiter einstellen. Außerdem suchten viele mittelständische IT-Dienstleister und das von Familienunternehmen geprägte Gastgewerbe Personal. Die Beschäftigungsplanungen der eher heimisch orientierten Einzelhändler erreichen Rekordhöhen, heißt es in einer Mitteilung der Dachorganisation deutscher Industrie- und Handelskammern.

Dies zeige, dass der Beschäftigungsaufschwung die gesamte Breite der Wirtschaft erreiche, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben und verwies darauf, dass auch die Einstellungsbereitschaft der Großunternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern einen Rekordwert erreicht habe.

Der DIHK-Hauptgeschäftsführer wertet das als ein gutes Zeichen für die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland. In den vorangegangenen Konjunkturzyklen seien die international orientierten Großunternehmen im Inland stets zurückhaltender als der Mittelstand gewesen.

Zum Risiko des Aufschwungs am Arbeitsmarkt werde jedoch immer mehr der Mangel an Fachkräften. Seit Jahresbeginn sähen bereits 30 Prozent der Unternehmen Schwierigkeiten bei der Fachkräftesicherung.


Quelle:
PM des DIHK vom 14.03.2011

© arbeitsrecht.de - (mst)

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