Arbeit & Politik

Sieben von zehn Müttern haben einen Job

Im Jahr 2009 waren in Deutschland 72 Prozent der 25- bis 49-jährigen Mütter mit mindestens einem im Haushalt lebenden Kind unter 25 Jahren erwerbstätig. Damit lag Deutschland im EU-Vergleich im Mittelfeld.

Deutlich häufiger als in Deutschland gingen Mütter in Slowenien (86 Prozent), Litauen und in den Niederlanden (79 Prozent) einer Arbeit nach. Zu den Ländern, in denen Mütter am seltensten erwerbstätig waren, zählten Malta (42 Prozent), Italien (55 Prozent) und Griechenland (60 Prozent), wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Internationalen Frauentags mitteilt. Als erwerbstätig gelten sowohl teil- als auch vollzeitbeschäftigte Frauen und außerdem diejenigen, die zum Erhebungszeitpunkt zum Beispiel in Mutterschutz oder Elternzeit waren. Datengrundlage für den internationalen Vergleich ist die Arbeitskräfteerhebung der EU.

Von den rund 200 Millionen privaten Haushalten in der EU waren 2009 ein Viertel Paare ohne
Kinder, 22 Prozent Paare mit Kindern, 17 Prozent alleinstehende Frauen ohne Kinder und nur vier Prozent alleinstehende Mütter.

Je mehr Kinder im Haushalt zu betreuen waren, desto seltener gingen Mütter einer Erwerbstätigkeit nach. In Deutschland waren 2009 mehr als drei Viertel der 25- bis 49-jährigen Mütter mit einem Kind berufstätig. Von den Müttern mit zwei im Haushalt lebenden Kindern gingen 72 Prozent arbeiten. In Haushalten mit drei oder mehr Kindern ging nur noch die Hälfte der Mütter arbeiten. Im EU-Vergleich variierten bei kinderreichen Müttern die Erwerbstätigenquoten stark - von 80 Prozent in Slowenien bis zu weniger als 40 Prozent in Ungarn und Malta.

Quelle:
PM Eurostat/Destatis vom 04.03./08.03.2011

© arbeitsrecht.de - (mst)

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