Arbeit & Politik
Personalpolitik: Mitarbeiter binden und trotzdem flexibel sein
Nach einer aktuellen Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln setzt die Mehrheit der Unternehmen auf eine Bindung der Mitarbeiter an die Firma und bemüht sich um eine Verbesserung der Arbeitszufriedenheit.
Die Mehrzahl der deutschen Unternehmen setzt bei der Personalpolitik auf Flexibilität - und versucht gleichzeitig, gute Mitarbeiter an die Firma zu binden. Das ergab eine repräsentative Umfrage, das "Personal-Panel" des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) unter 1853 Personalchefs.
Der Befragung zufolge nutzten gut zwei Drittel aller Firmen Arbeitszeitkonten oder den Abbau von Überstunden, um eine schlechtere Auftragslage abzufedern. Fast die Hälfte der Unternehmen verhängte einen vorübergehenden Einstellungsstopp, um die Rezession zu überwinden. Bei einem Viertel wurden befristete Arbeitsverträge nicht verlängert. Als weitere Maßnahmen nannten Personalchefs die Entlassung von Zeitarbeitskräften (18 Prozent), die Absenkung der Arbeitszeit (18 Prozent) und Kurzarbeit (14 Prozent). Kündigungen von festangestellten Mitarbeitern gab es nur in jedem achten Unternehmen (13 Prozent).
Gleichzeitig macht sich der Fachkräftemangel vielerorts schon bemerkbar. Angesichts der demografischen Entwicklung halten es gut die Hälfte der Personaler für immer wichtiger, Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden. Bei großen Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten sagten dies sogar drei Viertel der Befragten. Fast zwei Drittel der Unternehmen führen jährliche Mitarbeitergespräche und versuchen, die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten zu verbessern.
"In kleinen und mittleren Unternehmen fehlt bisher oft ein professionelles Personalkonzept. Da gibt es noch Nachholbedarf", sagte IW-Projektleiterin Christiane Flüter-Hoffmann. Sie müssten lernen zu verhindern, "dass Wissen in Rente geht".
Vor allem innovative und erfolgreiche Unternehmen haben den Wert einer mitarbeiterorientierten Strategie erkannt: Gut sieben von zehn dieser Firmen praktizieren eine familienfreundliche und eine sämtliche Mitarbeitergruppen gleich behandelnde Personalpolitik; etwa genauso viele gewähren ihren Mitarbeitern Freiräume, um Ideen zu entwickeln, die dem Unternehmen zugute kommen. Gut die Hälfte dieser Unternehmen fördert zudem aktiv die Teilnahme der Mitarbeiter an innerbetrieblichen Arbeitskreisen. Auch die Teilnahme an Strategiesitzungen der Geschäftsführung ist für Mitarbeiter in diesen Unternehmen durchaus üblich.
Quelle:
PM des IW Köln Nr. 4 vom 19.01.2011, dpa vom 19.01.2011
© arbeitsrecht.de - (akr)
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