Arbeit & Politik

BMAS: Wirkung der Arbeitsmarktpolitik

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat die zahlreichen abgeschlossenen und einige teilweise noch laufende Projekte im Bereich Arbeitsmarktförderung umfassend auf den Prüfstand gestellt. Ergebnis: Einige Maßnahmen laufen ins Leere.

Der Sachstandsbericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) zur Evaluation der arbeitsmarktpolitischen Instrumente liefert zusammenfassend folgende Ergebnisse:

Betriebsnahe Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik, die auf die direkte Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt setzen, wie Eingliederungszuschüsse, Gründungsförderung oder die ehemaligen betrieblichen Trainingsmaßnahmen, gehören zu den Maßnahmen, die die Chancen der Teilnehmenden auf eine Integration in den Arbeitsmarkt auch nach Ablauf der Förderung erhöhen – und das teilweise beträchtlich. Die Förderung der beruflichen Weiterbildung und auch die ehemaligen nichtbetrieblichen Trainingsmaßnahmen leisten einen Beitrag zur Eingliederung der Geförderten, wobei die Wirkungen mit Zeitverzögerung auftreten und teils nicht sehr stark ausgeprägt sind.

Vermittlungsdienstleistungen verbessern die Chancen der Geförderten auf eine Integration in den Arbeitsmarkt nicht generell, sondern - je nach Maßnahme -
nur für bestimmte Gruppen von Arbeitsuchenden.

Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen schaden laut Gutachten der Tendenz nach eher den Integrationschancen der Geförderten. Es gebe nur ganz wenige – in der Regel arbeitsmarktferne – Teilnehmergruppen, auf die dies nicht zutrifft. Für die im Jahre 2005 eingeführten Arbeitsgelegenheiten hingegen sind die Evaluationsergebnisse verhalten positiv.

Die Wirkungen von Fördermaßnahmen unterscheiden sich oft nach Teilnehmergruppen, so dass sich Instrumente nicht pauschal als wirksam oder unwirksam etikettieren ließen, heißt es im Bericht. Die Forschungsergebnisse seien zudem zum Teil noch unvollständig. Bestimmte Maßnahmen seien noch wenig erforscht - etwa solche zur Rehabilitation und für junge Menschen unter 25 Jahren (Jugendliche). Dasselbe gelte für die Wirkungen der Ausgestaltung und Durchführung bestimmter Dienstleistungen und Maßnahmen. Forschungsbedarf besteht auch hinsichtlich der Ursachen von Wirkungen, acuh an Kosten-Nutzen-Analysen der Wirtschaftlichkeit von Maßnahmen fehle es noch. die Forscher weisen außerdem darauf hin, dass sich die Rahmenbedingungen des Maßnahmeneinsatzes im Zeitablauf ändern - Arbeitsmarktpolitik sei als "lernendes" Politikfeld mit einem intensiven Diskurs zwischen Politik und Wissenschaft zu sehen.

Eine wesentliche Empfehlung des Sachstandsberichts ist, die Evaluation der aktiven Arbeitsförderung weiter zu verstetigen. Besondere Herausforderungen ergäben sich durch die zunehmenden Flexibilitätsspielräume und die dezentrale Ausgestaltungsvielfalt in der Arbeitsförderung.

Quelle:
BMAS: Sachstandsbericht der Evaluation der Instrumente vom 17.01.2011

© arbeitsrecht.de - (mst)

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