Arbeit & Politik

Rekordwachstum kein Grund zur Euphorie

Im Jahr 2010 hat die deutsche Volkswirtschaft das stärkste Wachstum seit der Wiedervereinigung verbucht - trotz der Krise. Die Arbeitslosigkeit ist insgesamt zurückgegangen, die Beschäftigungszahlen sind gestiegen. Dennoch sollte die Euphorie gebremst sein.

Der kräftige Aufschwung hat sich im Jahr 2010 mit einem Plus von 3,6 Prozent gegenüber 2009 niedergeschlagen. Vor allem die Spezialisierung der Industrie auf international gefragte Investitionsgüter habe sich in kräftigem Produktionswachstum bemerkbar gemacht, teilt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) mit. Die Unternehmen hätten in der Krise ihre gut ausgebildeten Fachkräfte größtenteils gehalten und konnten durch Ausweitung der Arbeitszeit auf die starke Auslandsnachfrage reagieren.

Gleichzeitig warnte DIW-Konjunkturexperte Ferdinand Fichtner vor übertriebener Euphorie: "Nach den vorangegangenen massiven Einbrüchen haben Aufholeffekte einen großen Teil zum starken Wachstum beigetragen und die bislang kräftige Auslandsnachfrage dürfte in Zukunft etwas gedämpfter sein."

Auch der Rückgang der Arbeitslosenzahlen werde 2011 an Tempo verlieren, so die Einschätzung der DIW-Experten. Im Jahresschnitt gab es 2010 laut Bundesarbeitsministerium (BMAS) mit 3.244.000 Arbeitslosen rund 180.000 oder fünf Prozent weniger als 2009. Bundesministerin Ursula von der Leyens Kommentar zu den Arbeitsmarktzahlen für Dezember 2010:  "Auch wenn die Dynamik im letzten Quartal 2010 abgenommen hat, dürfen wir mit Zuversicht ins neue Jahr schauen." Nach Informationen der "Rheinischen Post" erwartet die schwarz-gelbe Bundesregierung 2011 eine Arbeitslosigkeit in Deutschland von durchschnittlich 2,94 Millionen Menschen. 

Quelle:
PM des DIW vom 12.01.2011 und des BMAS vom 04.01.2011

© arbeitsrecht.de - (mst)

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