Arbeit & Politik

Frauen arbeiten selten in Männerberufen – und umgekehrt

Männer und Frauen sind nach wie vor in traditionellen Berufsgruppen tätig. Einen Ausflug in unspezifische Berufsfelder wagten meist nur jüngere Frauen. Dies gab das Statistische Bundesamt (destatis) bekannt.

Ein Berufswechsel in die jeweilige Domäne des anderen Geschlechts bleibt weiter die Ausnahme. Dies teilte das Statistische Bundesamt auf der Grundlage von Auswertungen des Mikrozensus mit.

Der Anteil an Frauen sei zwar seit 1991 bis zum Jahr 2009 um gute vier Prozent angestiegen. Jedoch haben sich in dieser Zeit die von Männern und Frauen bevorzugt ausgeübten Berufsfelder kaum verändert.

So waren im Jahr 2009 die Hälfte aller Männer und mehr als ein Drittel aller Frauen in Berufsgruppen tätig, die zu über 80 Prozent vom eigenen Geschlecht ausgeübt werden. Im Vergleich zum Jahr 2000 fand kaum eine Änderung statt.

Typisch für männliche Arbeitskräfte sind die Berufe des Maurers, Elektrikers oder Berufskraftfahrers. Fast ausschließlich weiblich besetzt sind die Berufe Kosmetiker, Erzieher und Altenpfleger. Vergleichsweise gleich viel Männer und Frauen sind nur in wenigen Berufsgruppen – wie etwa bei der Versicherungs- und Bankenbranche – tätig.

Die unterschiedliche Berufswahl der Geschlechter erwies sich in den letzten zehn Jahren als stabil. Wenn es überhaupt einen Austausch gab, vollzogen ihn meist jüngere Frauen. Aber auch bei den jüngeren Erwerbstätigen stieg der Frauenanteil nur in solchen Berufsgruppen, die ein Hochschulstudium erforderten – wie bei den Ärzten, Rechtsanwälten und Wirtschaftswissenschaftlern. Männer hingegen zeigten kaum Bestrebungen, stärker in von Frauen dominierte Berufsfelder vorzudringen.  


Quelle:

PM Nr. 485 des Statistischen Bundesamtes vom 22.12.2010

© arbeitsrecht.de - (akr)

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