Arbeit & Politik

Fast jeder vierte Vater nimmt Elternzeit

Immer mehr Männer nehmen eine berufliche Auszeit für die Kinderbetreuung. Dieser Effekt wird dem Elterngeld zugeschrieben. Die ebenfalls erhoffte Steigerung der Geburtenrate ist jedoch ausgeblieben.

Das Elterngeld wurde 2007 zur Steigerung der Geburten eingeführt. Wie aus dem Gesetzesentwurf zur Ablösung des Erziehungsgeldes hervorgeht, war es das Ziel der Familienpolitik, die Verdienstausfälle auszugleichen und den Deutschen mehr Mut zu mehr Kindern zu machen. Die Große Koalition wollte insbesondere Gutverdiener und Gebildete zum Kinderkriegen animieren. Dieser erhoffte Effekt ist ausgeblieben, wie die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen.

Denn entgegen den Vorjahren 2007 und 2008, in denen sich ein leichter Anstieg abzeichnete, ist die Geburtenziffer für das Jahr 2009 auf unter 1,36 gesunken.

Das Elterngeld ist grundsätzlich auf zwölf Monate ausgelegt. Als Bonus führte die Regierung  zwei Partnermonate ein, die eine Verlängerung des Elterngeldbezuges auf 14 Monate vorsehen. Die können jedoch nur in Anspruch genommen werden, wenn der Partner - in den meisten Fällen der Mann - sich ebenfalls an der Elternzeit beteiligt. Bei Einführung des Gesetzes lag der Anteil der Väter, die sich um den Nachwuchs kümmerten, bei fünf Prozent.

Positiv überrascht hat daher der Trend zu mehr Vätern in der Elternzeit. Bei rund 75.000 der insgesamt 323.000 im ersten Halbjahr 2009 geborenen Kinder bezog der Vater Elterngeld. Dies entspricht einem Anteil von 23 Prozent, gegenüber einem Anteil von 21 Prozent im Vorjahr.

Besonders viel Zeit nehmen sich die Väter in Sachsen und Bayern. In beiden Ländern lag die Beteiligung der Väter bei 30 Prozent. Es folgten Berlin (29 Prozent) und Thüringen (28 Prozent). Den niedrigsten Einsatz zeigten die Papas in Bremen und Nordrhein-Westfalen (18 Prozent) sowie im Saarland mit nur 14 Prozent.

Verbesserungswürdig ist und bleibt die Dauer des Elterngeldbezuges. So blieben zwei Drittel der Väter maximal zwei Monate zu Hause. Mütter hingegen bezogen in neun von zehn Fällen das Elterngeld für zwölf Monate.


Quelle:

BT-Drucksache 16/1889

PM des Statistischen Bundesamtes Nr. 442 vom 1.12.2010

© arbeitsrecht.de - (akr)

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