Arbeit & Politik

Arbeitszeitverkürzung als Erfolgsmodell in der Krise

Kurzarbeit, Stundenabbau und die Guthabenreduzierung auf den Arbeitszeitkonten haben in der Krise erfolgreich die Beschäftigung gesichert. Arbeitsmarktforscher warnen jedoch vor einer erneuten Verlängerung der Arbeitszeit.

Aus dem aktuellen Arbeitszeit-Monitor des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) geht hervor, dass viele Unternehmen in den Krisenjahren 2008/2009 durch Verkürzung der Arbeitszeit wesentlich zur Sicherung der Beschäftigung beigetragen haben.

Zu den einzelnen erfolgreichen Maßnahmen zählte der Abbau von Überstunden und von Guthaben auf Arbeitszeitkonten sowie die Anordnung von Kurzarbeit.

Eine Betriebsrätebefragung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) zur Beschäftigungssicherung hatte ergeben, dass ein Fünftel der befragten Betriebe Kurzarbeit angemeldet hatte, während die am weitesten verbreitete Maßnahme der Abbau von Arbeitszeitguthaben darstellte.

Seit dem dritten Quartal 2009 verlängere sich die Arbeitszeit nun wieder. Im ersten Quartal 2010 stiegen laut IAQ-Analyse die tatsächlichen Arbeitszeiten der Vollzeitbeschäftigten im Durchschnitt um knapp eine Woche an.

Die Autoren der Analyse warnten vor einem erneuten Trend zu längeren Arbeitszeiten, wie er sich vor der Krise abgezeichnet hatte. Dabei bestünde die Gefahr, dass die Beschäftigungswirksamkeit des beginnenden Aufschwungs gebremst und weniger zusätzliche Stellen geschaffen würden. Denn Arbeitszeitverlängerungen verbreiteten die Illusion, vermehrte Anstrengungen in Aus- und Weiterbildung seien überflüssig. Eine Aus- und Weiterbildungsoffensive sei aber unverzichtbar, wenn der "Wirtschaftsaufschwung in voller Breite auf dem Arbeitsmarkt ankommen soll".

Sinnvoller sei es, aus der Krise zu lernen, denn die Arbeitszeitverkürzung habe sich als Erfolgsmodell für die Beschäftigungssicherung erwiesen. Ein nachhaltiger Beschäftigungsaufbau in den kommenden Jahren sei jedoch nur möglich, wenn ein Rückfall in Arbeitszeitverlängerungen vermieden wird.


Quelle: IAQ-Arbeitszeit-Monitor 2010 "Arbeitszeitentwicklung und Krise – eine Zwischenbilanz"

© arbeitsrecht.de - (akr)

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