Arbeit & Politik

Krisenbewältigung in der EU geht voran

Deutschland gehört nach der Herbstprognose der EU-Kommission zu den wachstumsstärksten Ländern der Euro-Zone. In anderen Mitgliedstaaten verläuft die Krisenbewältigung schleppender.

Laut Kommissionsbericht soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2010/11 in der EU um rund 1,75 Prozent steigen und 2012 um zwei Prozent zulegen. Für Deutschland sagt die Kommission in diesem Jahr ein Wachstum von 3,7 Prozent voraus, für 2011 2,2 Prozent. Auch die Neuverschuldung der Euroländer dürfte zurückgehen: Von 6,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes im laufenden Jahr auf 4,6 Prozent 2011 und unter vier Prozent 2012. Hinsichtlich der Staatsverschuldung stehen die Prognosen günstig für Deutschland: 2011 werde das Defizit mit 2,7 Prozent/BIP wieder unter die Drei-Prozent-Grenze des Stabilitätspaktes fallen. Für dieses Jahr erwartet die Kommission noch 3,7 Prozent.

EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn verwies allerdings darauf, dass der Aufschwung unausgewogen verlaufe und viele Mitgliedstaaten sich in einer schwierigen Anpassungsphase befänden. Der feste Wille zur Fortführung der Haushaltskonsolidierung und angemessene Strategien zur Wachstumsförderung seien von ganz entscheidender Bedeutung als solide Grundlage für nachhaltiges Wachstum und neue Arbeitsplätze. Derzeit seien die öffentlichen Defizite dank der Konsolidierungsmaßnahmen und des wieder anziehenden Wachstums rückläufig.

Die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt hinken nach Angaben der EU-Wirtschaftsexperten den BIP-Entwicklungen um mindestens ein halbes Jahr hinterher. Deshalb hätten sich die Arbeitsmarktbedingungen in der EU in den vergangenen Monaten stabilisiert. Für den Prognosezeitraum sei eine moderate Verbesserung zu erwarten. Für 2011 wird mit einem Beschäftigungswachstum von 0,5 und für 2012 von rund 0,75 Prozent gerechnet, während die Arbeitslosenquote allmählich von 9,5 in diesem Jahr auf neun Prozent bis 2012 zurückgehen dürfte. 

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Finanzdienstleisters AWD hat ergeben, dass 67 Prozent der Bevölkerung der Ansicht sind, die positive Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt werde sich im kommenden Jahr fortsetzen. Befürchtungen, dass sich insbesondere die Irland- und Griechenlandkrisen negativ auf die Arbeitsmarktlage auswirken könnten, hegen indes weniger als ein Drittel der Deutschen. 27 Prozent der Befragten erwarten eine Verschlechterung der Arbeitsmarktlage.

Quelle:
PM der EU-Kommission vom 29.11., PM von AWD vom 30.11.2010

© arbeitsrecht.de - (mst)

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