Arbeit & Politik

HIV und Arbeit

Zum Welt-Aids-Tag hat Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler die neue Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter dem Motto "Positiv zusammen leben – aber sicher!" gestartet. Einer der Schwerpunkte: Der Umgang mit der Krankheit am Arbeitsplatz.

Deutschland hat mit jährlich etwa 3.000 HIV-Neuinfektionen eine der niedrigsten Neuinfektionsraten in Europa. Und: Die Mehrzahl der Menschen mit HIV in Deutschland arbeitet. 2009 standen schätzungsweise 43.000 von den damals rund 67.000 HIV-Positiven in einem Beschäftigungsverhältnis. Statistisch kommt auf 1000 Arbeitnehmer circa ein HIV-positiver Beschäftigter.

Dennoch plagt Betroffene die Angst vor dem Karriereende, sie outen sich häufug nicht. "Dabei zeigt unsere Erfahrung, dass HIV-Positive im Schnitt genauso leistungsfähig sind wie ihre Kolleginnen und Kollegen“, erklärte Silke Klumb, Geschäftsführerin der Deutschen AIDS-Hilfe, anlässlich des Kampagnenstarts.

Bei einer Umfrage der Deutschen AIDS-Hilfe zur "Situation von Menschen mit HIV in deutschen Unternehmen" aus dem Jahr 2009 unter 22 im DAX gelisteten Unternehmen gaben sechs von ihnen mit zusammen 420.000 Beschäftigten an, insgesamt 19 HIV-positive Arbeitnehmer zu beschäftigen. Zu erwarten gewesen wären 420, bezogen auf alle befragten Unternehmen mit zusammen 760.000 Beschäftigten sogar 760. Das zeige ganz deutlich, dass viele Betroffene ihre Erkrankung nicht offenlegen, zum Teil aus Angst vor Diskriminierung, Mobbing oder gar Kündigung.

Leitlinien für den Umgang mit HIV-infizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gibt es nach der Studie nur in einem einzigen von 22 befragten Unternehmen aus der Liste der besten Arbeitgeber Deutschlands. Unternehmen sollten deshalb laut Klumb mit klaren Regelungen und der Vorbildfunktion ihres Managements die Diskriminierung von Menschen mit HIV/AIDS abbauen und so ihre Arbeitnehmer unterstützen.

Die Kampagne ist eine Gemeinschaftsaktion des Bundesministeriums für Gesundheit, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, der Deutschen AIDS-Hilfe und der Deutschen AIDS-Stiftung.

Quelle:
PM der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

© arbeitsrecht.de - (mst)

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