Arbeit & Politik

Verlierer der Krise

Junge Arbeitnehmer hat die Wirtschaftskrise besonders hart getroffen - in anderen Mitgliedstaaten noch härter als in Deutschland. Das zeigt der Beschäftigungsbericht der EU-Kommission für 2010.

Die Zahl der 15- bis 24-Jährigen mit Job ist seit Beginn der Krise um 11,4 Prozent gesunken, wie aus dem Bericht "Beschäftigung in Europa 2010" der EU-Kommission hervorgeht. Die Probleme seien unter anderem darauf zurückzuführen, dass junge Menschen häufig nur befristete Verträge bekommen. Außerdem seien sie oft in krisenanfälligen Branchen beschäftigt, heißt es im Bericht.

In Deutschland ist die Erwerbstätigenquote junger Menschen laut Kommissionsbericht relativ stabil geblieben: Sie betrug 2009 46,2 Prozent und 2008 46,9  Prozent. Generell stünden allen EU-Ländern große Herausforderungen bevor, so der EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit, László Andor. Er geht davon aus, dass die europäischen Arbeitsmärkte vollkommen verändert aus der Krise hervorgehen werden.

Es sei deutlich, dass dringend eine wirksame Strategie benötigt wird, um den Arbeitsmarkt integrativer zu gestalten, heißt es im Bericht. Junge Menschen hätten es immer schwerer, einen Arbeitsplatz zu finden. Der Anteil derjenigen, die weder eine Arbeit haben noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren, steige (rund vier Prozent in Dänemark und den Niederlanden bis hin zu 16 bis 20 Prozent in Italien, Zypern und Bulgarien).

Der Bericht zeigt unter anderem, dass eine befristete öffentliche Finanzhilfe in Form von Beschäftigungszuschüssen die Jobchancen aller Gruppen verbessert, gerade bei jüngeren Arbeitnehmern jedoch viel Sinn machen kann. Wichtig sei das richtige Timing staatlicher Maßnahmen: Kurzarbeitsmodelle seien wirksamer zu Beginn des Abschwungs, wohingegen Einstellungszuschüsse in der Erholungsphase besser greifen, da sie die Schaffung von Arbeitsplätzen unterstützen können.

Quelle:
PM der EU-Kommission vom 25.11.2010

© arbeitsrecht.de - (mst)

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