Arbeit & Politik

Unerwartet positive Aufwärtstendenz der Wirtschaft

Die "Wirtschaftsweisen" haben heute ihr Jahresgutachten 2010/11 vorgelegt. Thema: Chancen für einen stabilen Aufschwung!

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung rechnet für das Jahr 2010 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 3,7 Prozent. Die konjunkturelle Belebung wird sich auch im Jahr 2011 fortsetzen, allerdings nicht mehr mit dem bisherigen Tempo. Die Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts dürfte sich auf 2,2 Prozent belaufen. Das geht aus dem heute vorgelegten Gutachten des Expertengremiums hervor. Bei diesem "ungewöhnlich kraftvollen Aufholprozess" dürfe nicht vergessen werden, dass sich das Bruttoinlandsprodukt zur Jahresmitte 2010 noch auf einem Niveau befand, wie es zuletzt zum Jahreswechsel 2006/2007 erreicht worden war.

In der "unerwartet positiven Aufwärtstendenz der deutschen Wirtschaft" sehen die fünf Wirtschaftsweisen Chancen für stabiles Wachstum. Die Grundlage dafür sei eine nachhaltige Belebung des privaten Konsums, der von der erfreulichen Beschäftigungsentwicklung gestützt werden sollte. Eine stärkere Inlandsnachfrage bedeute nicht nur eine Absicherung gegen die Unsicherheiten im Exportbereich, sondern zugleich einen Beitrag zum Abbau der internationalen Ungleichgewichte.

Gleichwohl dürften die Risiken nicht aus dem Blickfeld geraten, die vor allem die Außenwirtschaft betreffen. Viele Handelspartner Deutschlands leiden nach wie vor unter hoher Arbeitslosigkeit und ungelösten Problemen im Finanz- und Immobiliensektor. Ein Rückschlag für den Export könnte sich auch aus den Spannungen im internationalen Währungsgefüge ergeben.

Als Aufgaben für die Wirtschaftspolitik haben sie unter anderem folgende Punkte benannt:

Die öffentlichen Haushalte müssen entschlossen konsolidiert und das Vertrauen in die langfristige Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen gestärkt werden, etwa durch die angekündigte Neuordnung der Gemeindefinanzen sowie die notwendige Reform der Umsatzsteuer. Die bereits eingeleiteten Reformen in den Sozialen Sicherungssystemen müssten konsequent umgesetzt und ergänzt werden. Auf dem Arbeitsmarkt sei es notwendig, mehr Anreize für Empfänger des Arbeitslosengelds II (Hartz IV) für eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu schaffen. 

Hier geht's zu den wirtschaftlichen Eckdaten (Quelle: Gutachten des Expertenrates) für Deutschland 2010/11!

Quelle:
PM des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung vom 10.11.2010

© arbeitsrecht.de - (mst)

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