Arbeit & Politik

Rund eine Million offene Stellen

Im dritten Quartal 2010 gab es in Deutschland 986.000 offene Stellen, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Das waren 19 Prozent mehr als im dritten Quartal 2009. Am ersten Arbeitsmarkt gab es 824.000 offene Stellen, 27 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Derzeit seien zwei gegenläufige Entwicklungen zu beobachten, heißt es in einer Mitteilung des Instituts (IAB): Während die industriellen Sektoren sich zunehmend von der Krise erholen und der Arbeitskräftebedarf dort teils kräftig wächst, geht die Zahl der offenen Stellen in den überwiegend öffentlich finanzierten Sektoren deutlich zurück.

So gab es im dritten Quartal dieses Jahres in den sozialen Dienstleistungen wie Erziehung und Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen 17 Prozent weniger Stellenangebote als vor einem Jahr, in der öffentlichen Verwaltung waren es 14 Prozent weniger. Der Rückgang dürfte mit den im Zuge der Krise gestiegenen finanziellen Belastungen vieler öffentlicher Haushalte zusammenhängen, vermuten die IAB-Experten.

In der Industrie dagegen verdoppelte sich das Stellenangebot in einigen Bereichen, beispielsweise in den Sektoren Holz/Papier/Druck/Verlage und Metall/Metallerzeugnisse. Im Sektor Maschinenbau/Elektro/Fahrzeuge lag es 70 Prozent höher als vor einem Jahr.

Drei von vier offenen Stellen waren im dritten Quartal 2010 sofort zu besetzen. Im Vergleich zu den Vorquartalen wollten demnach wieder mehr Betriebe und Verwaltungen kurzfristig neues Personal einstellen.

In den Ingenieurberufen gab es 34.000 sofort zu besetzende Stellen, darunter 7.000 für Maschinenbauingenieure und ebenfalls 7.000 für Elektroingenieure. Besonders häufig wurden zudem Berufskraftfahrer gesucht (30.000), gefolgt von Köchen (28.000), Hilfsarbeitern (23.000), Altenpflegern (21.000) und Bürofachkräften (20.000).

Das IAB erfasst viermal jährlich das gesamte Stellenangebot, also auch jene Stellen, die nicht den Arbeitsagenturen gemeldet werden. Im dritten Quartal 2010 wurden 8.000 Arbeitgeber aller Wirtschaftsbereiche befragt.

Quelle:
PM des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 10.11.2010

© arbeitsrecht.de - (mst)

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