Arbeit & Politik

Achtung Armut!

Das Statistische Bundesamt hat aktuelle Zahlen zur Altersarmut in Deutschland veröffentlicht. Am stärksten bedroht: Arbeitslose.

Laut DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki sind die jüngsten Zahlen des statistischen Bundesamtes (Destatis) zur Armutsgefährdung in Deutschland ein trauriger Beleg für die soziale Schieflage. Er sprach von einem Armutszeugnis für die arbeitsmarkt-, sozial- und steuerpolitische Praxis der alten und neuen Bundesregierungen.

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen, dass der Anteil der von Armut bedrohten Menschen 2007 gegenüber 2008 nochmals von 15,2 Prozent auf 15,5 Prozent leicht angestiegen ist.

Am stärksten armutsgefährdet sind nach der Statistik Arbeitslose. Die Gefährdungsquote liegt bei 62 Prozent. Aber auch Arbeit schützt die Menschen nicht davor, von Armut bedroht zu sein. Die „Arbeitsarmut“ betraf im Jahr 2008 jeden fünfzehnten Erwerbstätigen (6,8 Prozent) Dies ist laut DGB das erschreckende Ergebnis einer unsozialen Arbeitsmarktpolitik durch den Missbrauch der Leiharbeit, die Förderung des Niedriglohnsektors und Ausweitung von prekärer Beschäftigung. Auch die wachsende Altersarmut mit 14,9 Prozent sei alarmierend und sollte die Bundesregierung endlich davon überzeugen, den falschen Kurs in der Rentenversicherung zu korrigieren, heißt es in einer Mitteilung.

Verschärft werde der Trend durch eine Bildungspolitik mit sehr geringer sozialer Durchlässigkeit. Außerdem sei die Einführung von Mindestlöhnen, die Förderung regulärer sozial versicherter Arbeit, eine Existenz sichernde Grundsicherung ebenso wie eine armutsfeste Rentenversicherung notwendig, erklärte Matecki.

Quelle:
PM des DGB vom 29.10.2010

© arbeitsrecht.de - (mst)

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