Arbeit & Politik

Initiative für familienbewusste Arbeitszeiten

"Zur richtigen Zeit am richtigen Ort" - das ist das Motto der Initiative "Familienbewusste Arbeitszeiten". Das Projekt möchte Arbeitgeber motivieren und dabei unterstützen, mehr familienfreundliche und flexible Arbeitszeitmodelle anzubieten.

Ziel der Initiative ist es, ein intelligentes und modernes Verständnis zum Thema Teilzeit zu schaffen. Es gehe sowohl um die Betreuung von Kindern als auch um die Betreuung von älteren Angehörigen. Die Initiative will darauf hinwirken, dass die beteiligten Akteure auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite gemeinschaftlich passgenaue und individuelle Lösungen finden und existierende gute Lösungen familienfreundlicher Arbeitszeiten in die Fläche tragen.

"Familienbewusste Arbeitszeitmodelle sind eine Win-win-Situation für Arbeitgeber und Beschäftigte", lautet die Erklärung von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder für die Initiative. Wirtschaft und Gesellschaft seien darauf angewiesen, dass Menschen Verantwortung füreinander übernehmen und zugleich Leistung in ihrem Beruf bringen können. Flexible Arbeitszeiten spielten dabei eine entscheidende Rolle.

Der Bedarf ist nach Angaben des Ministeriums groß: Laut Monitor Familienleben des Instituts für Demoskopie Allensbach ist nur etwa ein Drittel der berufstätigen Eltern zufrieden mit ihrer Arbeitszeit. 96 Prozent wünschen sich flexiblere Arbeitszeiten. Und aus der  Personalmarketingstudie 2010 des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ) geht hervor, dass für 90 Prozent der Beschäftigten mit Kindern Familienfreundlichkeit bei der Arbeitgeberwahl ebenso wichtig ist oder sogar wichtiger als das Gehalt.

Ob vollzeitnahe Teilzeit, Vertrauensarbeitszeit, Gleitzeit oder Arbeiten von zu Hause: Viele Arbeitgeber und Beschäftigte nutzen bereits heute vielfältige flexible Arbeitszeitmodelle. Die Initiative stellt 100 dieser guten Beispiele – sowohl Beschäftigte als auch Arbeitgeber – in einer neuen Online-Datenbank vor. Am eigenen Beispiel machen sie deutlich, wie von familienbewussten Arbeitszeitmodellen alle Seiten profitieren können. Im Rahmen einer Anzeigenkampagne werben Beschäftigte und Arbeitgeber zudem in der breiten Öffentlichkeit für familienbewusste Arbeitszeiten.

Ein weiterer Baustein der Initiative ist der Dialog mit der Wirtschaft: Die Familienministerin wird in den nächsten Monaten bundesweit Industrie- und Handelskammern besuchen, um mit Unternehmensverantwortlichen über flexible Arbeitszeiten und ihre Umsetzung zu diskutieren. 

Quelle:
PM des BMFSFJ vom 29.10.2010

© arbeitsrecht.de - (mst)

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