Arbeit & Politik

Herausforderungen des Arbeitsmarktes

Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales hat ihren Kabinettskollegen den aktuellen Arbeitsmarktbericht vorgelegt: Der Beschäftigungsaufschwung folgt der wirtschaftlichen Erholung, ist robust und gewinnt zunehmend an Stärke, lauten die Erkenntnisse.

Die Analyse zeige, dass der Aufschwung am Arbeitsmarkt kein Zufallsprodukt ist, sondern das Ergebnis richtiger Arbeitsmarktreformen sowie eines klugen und vorausschauenden Krisenmanagements, lautete das Eigenlob von Ministerin Ursula von der Leyen (CDU).

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung entwickle sich gegenwärtig äußerst positiv. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten steigt seit Monaten beständig an und lag im Juli mit 27,6 Millionen erheblich höher als noch im Vorjahr und sogar deutlich höher als im Vergleichsmonat des Jahres 2008. Auch die Vollzeitbeschäftigung steige wieder kontinuierlich gegenüber dem Vorjahr.

Zudem sei die Langzeitarbeitslosigkeit auf einem geringeren Niveau als vor der Krise. Die Arbeitslosenzahl liegt derzeit bei 2,945 Millionen. Dies ist der niedrigste Oktoberwert seit 1992. Die Arbeitslosenquote sank auf 7,0 Prozent. Der gleichzeitige Rückgang der Arbeitslosigkeit und der Kurzarbeit belege, dass die Kurzarbeit ihre Brückenfunktion durch die Krise erfüllt habe - sie verhindert Arbeitslosigkeit tatsächlich. Die Befürchtung, dass sie Arbeitslosigkeit nur verzögere, ist nicht bestätigt, heißt es im Bericht. Der stabile Trend auf dem Arbeitsmarkt soll sich auch 2011 fortsetzen.

Besonders Frauen profitierten vom Strukturwandel. Sie waren von der Rezession weit weniger betroffen als Männer. Trotz des Wirtschaftseinbruchs ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Frauen gestiegen. Besonders Branchen des Dienstleistungssektors, die durch starke Frauenerwerbstätigkeit geprägt sind, konnten ihr Wachstum ungebrochen fortsetzen. So seien insbesondere im Gesundheits- und Sozialwesen neue Arbeitsplätze entstanden, die vor allem Frauen Chancen böten.

Genauso wie männliche Arbeitnehmer waren auch Jugendliche unter 25 Jahren überproportional von der Wirtschafts- und Finanzkrise betroffen. Dies liege zum einen daran, dass junge Beschäftigte bei betriebsbedingten Kündigungen aufgrund der Sozialauswahl oft als Erste entlassen würden. Zum anderen arbeiteten junge Menschen am Anfang ihres Berufslebens häufig in befristeten Arbeitsverhältnissen, die in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht verlängert oder in ein Dauerarbeitsverhältnis umgewandelt würden. Mittlerweile habe die Jugendarbeitslosigkeit aber den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht.

Positiv entwickelt haben sich die Beschäftigungszahlen älterer Erwerbstätiger, die auch währen der Krise gestiegen seien: Ältere sind somit die wahren Gewinner am Arbeitsmarkt, lautet die Schlussfolgerung.

Als Herausforderungen für die Zukunft benannte die Arbeitsministerin Demografie und Strukturwandel. „Wir müssen das inländische Potenzial stärker nutzen und Menschen, die in der Ausbildung sind oder Arbeit suchen, gezielt in die Berufe hineinqualifizieren, die heute und morgen gefragt sind.“ Zudem verwies sie auf das Erfordernis von klug gesteuerter Zuwanderungspolitik, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. 

Quelle:
BMAS: Bericht "Arbeitsmarktpolitik: aktuelle und zukünftige Herausforderungen", PM vom 27.10.2010, dpa vom 28.10.2010

© arbeitsrecht.de - (mst)

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