Arbeit & Politik

Jeder Fünfte atypisch beschäftigt

Im Jahr 2009 arbeiteten 21,9 Prozent aller Kernerwerbstätigen in Teilzeit, waren befristet oder geringfügig beschäftigt. Dreimal so viele Frauen wie Männer stehen laut Bundesregierung in atypischen Arbeitsverhältnissen.

Während die meisten der atypisch beschäftigten weiblichen Erwerbstätigen zwischen 15 und 64 Jahren teilzeitbeschäftigt (26,6 Prozent) oder geringfügig beschäftigt (12,4 Prozent) seien, stünden die meisten atypisch beschäftigten Männer (6,7 Prozent) in einem befristeten Arbeitsverhältnis. 3,5 Prozent gehen einer Teilzeitbeschäftigung nach und nur 3,2 Prozent sind geringfügig beschäftigt, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (BT-Drucksache 17/2999) auf die Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke. Knapp dreimal so viele Frauen (34,1 Prozent) wie Männer (11,5 Prozent) zählt die Statistik der atypischen Beschäftigten.

Den größten absoluten Zuwachs an Normalerwerbstätigen im Vergleich zum Jahr 2008 verzeichne die Heimbranche mit 106.000 zusätzlichen Arbeitskräften. In Relation macht dies aber nur einen Zuwachs von 19,7 Prozent aus, während der Wirtschaftsbereich Film und Fernsehen einen 50-prozentigen Zuwachs an Normalerwerbstätigen verbucht.

Mit 145.000 Beschäftigten zählten die mit Finanz- und Versicherungsdienstleistungen verbundenen Tätigkeiten ein Plus von 48 Prozent, gefolgt von dem Bereich der wirtschaftlichen Dienstleistungen für Unternehmen und Privatpersonen (32,9 Prozent) und der Lederwarenindustrie (25,0 Prozent).

Die stärkste absolute Verringerung an atypischen Beschäftigungsverhältnissen weise mit einem Minus von 43.000 Beschäftigten (-22,8 Prozent) der Bereich der überwiegend persönlichen Dienstleistungen auf. Verluste meldeten auch die Autoindustrie (-26.000 / 27,7 Prozent) sowie die Metallindustrie (-24.000 / 28,6 Prozent). Laut Statistik gab es 2009 im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Tätigkeiten 12.000 weniger Beschäftigte, was einem relativem Rückgang von 42,9 Prozent entspricht. In der Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betrieben sowie im Bereich der Unternehmensberatung verringerte sich die Zahl der atypisch Beschäftigten um 11.000, was einem relativen Rückgang von 34,4 Prozent entspricht.

2009 sind die Bruttomonats- und Bruttostundenlöhne sowohl bei den Wirtschaftszweigen mit steigender Anzahl an Normalerwerbstätigen als auch in den Bereichen mit fallenden Beschäftigungszahlen gestiegen.

Quelle:
PM des Deutschen Bundestages vom 25.10.2010

© arbeitsrecht.de - (mst)

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