Arbeit & Politik

Junge Optimisten

Jugendliche in Deutschland wollen persönlichen Erfolg und sind Optimisten in Sachen Ausbildung und Beruf – wenn sie aus dem "richtigen" Milieu kommen.

59 Prozent der Jugendlichen denken positiv und blicken der Zukunft zuversichtlich entgegen. Das ist das Ergebnis der 16. Shell-Jugendstudie. Anfang des Jahres befragten Bielefelder Sozialwissenschaftler und das Münchner Forschungsinstitut TNS Infratest
Sozialforschung mehr als 2.500 Jugendliche im Alter von zwölf bis 25 Jahren zu ihrer Lebenssituation, ihren Glaubens- und Wertvorstellungen und ihrer Einstellung zur Politik.

Die Zuversicht von Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien ist dagegen rückläufig. Nur 33 Prozent glauben an rosige Zeiten. Diese soziale Kluft werde auch bei der Frage
nach der Zufriedenheit im Leben deutlich, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens: Während fast drei Viertel der Jugend im Allgemeinen zufrieden mit ihrem Leben seien, äußerten sich Jugendliche aus unterprivilegierten Verhältnissen nur zu 40 Prozent positiv.

Die Einstellung zu Ausbildung und Beruf habe sich gegenüber der Befragung vor vier Jahren deutlich verbessert. 76 Prozent der Auszubildenden sind der Meinung, später übernommen zu werden. Während 71 Prozent der Jugendlichen davon ausgehen, ihre beruflichen Wünsche verwirklichen zu können, sind es denen aus sozial problematischen Verhältnissen nur 41 Prozent, zeigt die Studie.

Ein Drittel der 15- bis 17Jährigen gab an, an Politik interessiert zu sein, die meisten Befragten ordnen sich etwas links von der Mitte ein. Beim Thema soziales Engagement zeigt sich: Es ist  bildungs- und schichtabhängig. Je gebildeter und privilegierter die Jugendlichen, desto häufiger seien sie im Alltag aktiv für den guten Zweck.

Für viele Jugendliche ist eine funktionierende gesellschaftliche Moral Voraussetzung, um ihr Leben eigenverantwortlich und unabhängig gestalten zu können. 70 Prozent finden, man müsse sich gegen Missstände in Arbeitswelt und Gesellschaft zur Wehr setzen.

"Die Ergebnisse der 16. Shell-Studie belegen, dass unsere Forderungen nach gerechtem Zugang zu Bildung und Qualität der Ausbildung richtig sind", kommentiert René Rudolf, Bundesjugendsekretär des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), die Umfrageergebnisse. Die Realität – etwa bei den Jobchancen – sehe laut Rudolf anders aus. Nach einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung seien im Jahr 2007 lediglich 60 Prozent der Azubis übernommen worden. Die Studie zeige, dass das Vertrauen in die Politik gesunken, während das Vertrauen in die Gewerkschaften weiterhin hoch sei. Die junge Generation sehe sehr klar, wer sich wirklich für sie und ihre Zukunft einsetzt, meinte Jugendsekretär Rudolf.

Quelle:
PM von Shell Deutschland, PM des DGB vom 14.09.2010

© arbeitsrecht.de - (mst)

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