Arbeit & Politik

Mehr Geld nach der Krise

Arbeitnehmer wollen vom wirtschaftlichen Aufschwung stärker profitieren. Das geht aus dem ARD-Deutschlandtrend für September hervor.

Von den rund 2.000 Befragten gaben 65 Prozent an, dass Arbeitnehmer durch Lohnerhöhungen stärker am Aufschwung beteiligt werden müssten. Arbeitnehmervertreter sehen das genauso: Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes Michael Sommer hatte am Montag angesichts des wirtschaftlichen Aufschwungs höhere Löhne für Arbeitnehmer gefordert. "Es kann nicht sein, dass die Beschäftigen vielfach für die Krise bezahlen", sagte Sommer dem "Hamburger Abendblatt".   

Fast ein Drittel der Deutschlandtrend-Teilnehmer meinte dagegen, Lohnerhöhungen könnten den Aufwärtstrend gefährden. Die momentane wirtschaftliche Lage schätzten die Befragten mehrheitlich als gut ein.

Für die Weitergabe von steigenden Steuereinnahmen durch Steuersenkungen sprachen sich 55 Prozent aus. 61 Prozent befürworteten eine Anhebung des Spitzensteuersatzes von 41 auf 49 Prozent für Einkommen über 100.000 Euro. Nach Einschätzung des Leiters der Abteilung Konjunktur des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) Christian Dreger, sei zu erwarten, dass sich die konjunkturelle Erholung im weiteren Verlauf abschwächen werde. Bei Steuersenkungen bestehe das Risiko, dass sich das strukturelle Defizit erhöhe.

Die Frage nach der Zufriedenheit mit der Regierung brachte folgendes Ergebnis: Für 86 Prozent ist nicht erkennbar, was die Regierung eigentlich will. 81 Prozent bemängelten, dass die Bundesregierung sich nicht um die Interessen der kleinen Leute kümmere.

Quelle:
ARD-Deutschlandtrend September 2010, Reuters, DIW-Wochenbericht v. 01.09.2010

© arbeitsrecht.de - (mst)

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