Arbeit & Politik

Generation Praktikum auf Jobsuche

Schule, Praktikum, arbeitslos - für den Nachwuchs am Arbeitsmarkt sind die Jobchancen schlecht. Sie sind die Verlierer der Krise.

Eine Bestandsaufnahme der Arbeitsmarktsituation der Unter-25-Jährigen von der Hochschule Niederrhein für die Hans-Böckler-Stiftung zeigt die Zunahme erlebter Unsicherheit und Ungleichheit.

Der Anteil der Arbeitslosen unter den 15- bis 25-Jährigen sei seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise dreimal so stark gestiegen wie in allen anderen Altersgruppen. Die Jugendarbeitslosigkeit liege deutlich über den Werten der Älteren.

Die Autoren der Studie, Thomas Langhoff, Ina Krietsch und Christian Starke, warnen vor Langzeitfolgen: Die Erfahrung, nicht gebraucht zu werden, könne zu vermindertem Selbstvertrauen, zum Verlust sozialer Kontakte, zur psychischen Destabilisierung und zu sogar zu Depression führen.

Vor dem Einstieg ins Berufsleben steht oft ein Praktikum im Lebenslauf. 2007 haben insgesamt 600.000 Berufsanfänger mindestens ein Praktikum absolviert, heißt es im Bericht. Einen Ausbildungsplatz würde nur knapp jeder vierte Arbeitgeber anbieten.

Wer einen der begehrten Jobs bekommt, muss sich häufig mit befristeten Beschäftigungen oder Leiharbeit zufrieden geben. Der Anteil der Unter-25-Jährigen in atypischer Beschäftigung habe sich binnen zehn Jahren verdoppelt, im Jahr 2007 betraf das fast 40 Prozent in dieser Altersgruppe. Und nicht einmal ein Viertel der qualifizierten Jugendlichen landen nach einer befristeten in einer stabilen Beschäftigung, so das Ergebnis der Wissenschaftler.

Langhoff, Krietsch und Starke warnen vor den Folgen. Die Probleme belasten junge Menschen, die noch weitere 30 bis 35 Jahre dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen müssen. 

Mehr zum schwierigen Start ins Berufsleben finden Sie hier.

Quelle:
WSI-Mitteilungen 7/2010

© arbeitsrecht.de - (mst)

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