Arbeit & Politik
Unternehmen müssen familienfreundlicher werden
Arbeitnehmer in Deutschland möchten mehr Zeit für ihre Familien. Das geht aus einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach hervor.
"Wie zufrieden die Familien sind, hängt ganz besonders davon ab, ob sie genügend Zeit mit ihren Kindern und Angehörigen verbringen können", sagte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder bei der Präsentation der Umfrageergebnisse in Berlin. Zeit sei die Leitwährung moderner Gesellschaftspolitik.
Laut Allensbach-Monitor Familienleben 2010 würden 60 Prozent der Väter und 41 Prozent der Mütter ihre Arbeitszeit gerne reduzieren, um mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können. Fast die Hälfte (42 Prozent) der nichtberufstätigen Mütter beklagen die schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sie wünschen sich Ganztagsbetreuung von Kindern, an die Arbeitszeiten angepasste Betreuungszeiten von Kindergärten und Schulen sowie eine stärkere finanzielle Förderung. Schröder plädierte für flexiblere Arbeitszeiten.
Gestern hatte sich die Ministerin über die Familienfreundlichkeit der deutschen Wirtschaft gefreut. Sie hatte in Berlin das 3000. Mitglied des Unternehmensnetzwerks "Erfolgsfaktor Familie" begrüßt. Seit 2006 berät und unterstützt das Netzwerk insbesondere kleine und mittlere Betriebe bei der praktischen Umsetzung familienfreundlicher Maßnahmen. Der Zuspruch bei den Unternehmen sei ein Signal dafür, dass Familienfreundlichkeit immer mehr zum Markenzeichen werde, erklärte Familienministerin Schröder.
Der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer Hans Heinrich Driftmann sagte, die Bedeutung einer familienbewussten Personalpolitik werde weiterhin steigen. Familienfreundliche Unternehmensführung sei ein Vorteil im härter werdenden Wettbewerb um Fachkräfte. Laut Driftmann wollen 34 Prozent der Unternehmen ihre Angebote in diesem Bereich ausweiten.
Quelle:
PM des BMFSFJ v.
30. und 31.08.2010
© arbeitsrecht.de - (mst)
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