Arbeit & Politik

Väter auf dem Vormarsch

Die Reform des Elterngeldes hat bewirkt, dass immer mehr Väter eine berufliche Auszeit für den Nachwuchs nehmen. Bei der Dauer spielen regelmäßig finanzielle Erwägungen eine Rolle. Ob sich Männer grundsätzlich pro Elternzeit entscheiden, hängt aber nach wie vor ganz maßgeblich von der Einstellung zu Beruf und Familie ab.

Von den 14 Monaten, in denen Elterngeld gezahlt wird, nehmen in der Regel Mütter 12 Monate in Anspruch und Väter dann die verbleibenden zwei. Das ist das Ergebnis einer jetzt veröffentlichen Online-Befragung aus dem Jahr 2008.

Die übrigen Bestimmungsfaktoren der Elternzeit hätten denjenigen entsprochen, die intuitiv zu erwarten gewesen wären, so die Autorinnen der Studie, Kerstin Pull und Ann-Cathrin Vogt von der Universität Tübingen.

Zum Beispiel entschieden sich Männer heute deutlich seltener dafür, beruflich für die Kindererziehung auszusetzen, wenn sie sich stark mit dem Arbeitgeber identifizierten und sie auch im Job sehr eingespannt seien. Wer hingegen eine ausgeprägte Familienorientierung habe, nehme die Elternzeit deutlich häufiger in Anspruch. Dazu zähle nicht nur die vorherige regelmäßige Mitarbeit im Haushalt, sondern vor allem auch ein modernes Verständnis von der Verteilung der Geschlechterrollen sowie eine geringe Angst, dass die Elternzeit der Karriere schaden könnte. Schließlich steige die Wahrscheinlichkeit für Vätermonate auch mit dem Bildungsstand der Partnerin.

Bei Vätern, die mit "Gewissenhaftigkeit" und "Verträglichkeit" charakterisiert waren, stellten die Forscherinnen überraschenderweise eine deutlich geringere Tendenz zur Elternzeit fest. Offenbar seien diese beiden Eigenschaften mehr auf die Arbeit als auf die Familie bezogen. Ob schließlich die Elterngeldreform die von der Politik erhoffte Väterrevolution ins Rollen gebracht habe, müsse noch dahinstehen.

Insgesamt befragten die Forscherinnen im vorletzten Jahr 1290 Väter.

Mehr zur Reform des Elterngeldes finden Sie hier.

Quelle:
PM der Universität Tübingen

© arbeitsrecht.de – (sh)

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