Arbeit & Politik

Klamm schon am Anfang

Zwei von drei Azubis halten sich für unterbezahlt. Tatsächlich können rein rechnerisch viele ihren Lebensunterhalt nicht mit dem Gehalt bestreiten – von zusätzlichen Wünschen ganz zu schweigen. Gründe für das Gefühl von ungerechten Ausbildungsvergütungen erforscht eine Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung.

Obwohl es für 71 Prozent der befragten Auszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr wichtig oder sehr wichtig ist, schon während der Ausbildung "viel Geld" zu verdienen, müssen sie mit einer durchschnittlichen Netto-Vergütung von 466 Euro im Monat vorlieb nehmen. Dabei liegt der finanzielle Bedarf eines Auszubildenden, der außerhalb des Elternhauses lebt, bei mindestens 500 Euro. Jeder Vierte ist daher auf einen Nebenjob angewiesen - erst Recht, um sich über die normale Lebensführung hinaus etwas leisten zu können.

Nach Einschätzung der Befragten steht die Bezahlung oft nicht im Verhältnis zur tatsächlich erbrachten Arbeitsleistung. So werden Auszubildende im zweiten Ausbildungsjahr vielfach schon wie eine Fachkraft im Betrieb eingesetzt. Sie müssen viele Überstunden machen, teilweise sogar ohne Ausgleich. Dabei spielt für die Beurteilung der Ausbildungsvergütungen auch die Betriebsgröße eine Rolle: In Kleinstbetrieben mit bis zu neun Beschäftigten sind knapp 82 Prozent der Auszubildenden mit ihrer Bezahlung unzufrieden, bei großen Unternehmen mit einer Belegschaft von mehr als 500 Personen hingegen nur 31 Prozent.   

Das Bundesinstitut für Berufsbildung befragte insgesamt 6.000 Auszubildende.

Quelle:
BIBB-Report 14/10

Link-Tipp: Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zur Einkommenszufriedenheit aller Arbeitnehmer

© arbeitsrecht.de – (sh)

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