Arbeit & Politik

Gesundheitsbranche setzt auf Leiharbeit

Fachkräfte für wenig Geld – Kosten sparen heißt die Devise in der Gesundheitsbranche. Die Zahl der Leiharbeitnehmer hat sich in wenigen Jahren verfünffacht.

Derzeit sind etwa 19.000 Leiharbeitskräfte in Gesundheitsberufen beschäftigt. Mehr als fünfmal so viele wie 2004. Das geht aus einer Studie des von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Instituts Arbeit und Technik (IAT) hervor. 

Zwischen 1996 und 2006 haben deutsche Allgemeinkrankenhäuser rund 46.000 Pflege-Vollzeitstellen gestrichen. Die absolute Zahl der Leihpflegerinnen - fast 80 Prozent sind Frauen - sei gemessen an den rund 1,3 Millionen Pflegekräften oder den 600.000 Leiharbeitnehmern insgesamt noch relativ gering, meinen die Wissenschaftler.

Die Auswertung der Stellenanzeigen großer Zeitarbeitsunternehmen zeigt, dass im Pflegesektor anders als in den Branchen Industrie- oder Dienstleistung Fachkräfte gefragt sind. Nur etwa 13 Prozent der Ausschreibungen richteten sich an Personen mit Helfer-Qualifikation.

Kosten zu sparen ist das Hauptmotiv für die Pflegebranche, auf Leiharbeitnehmer zurückzugreifen. Obwohl die Löhne, die Zeitarbeitsfirmen Kranken- oder Altenpflegerinnen zahlen, zumindest bei Berufsanfängern nicht wesentlich niedriger sind als reguläre Tariflöhne. Dafür fällt kein Urlaubs- oder Krankengeld an – gezahlt wir nur für geleistete Stunden. Zudem ist die Stammpersonaldecke sehr dünn, zeigt die Studie. Im Krankheitsfall etwa greifen die Krankenhäuser und Pflegedienste auf Leiharbeitnehmer zurück.

Schneller Wiedereinstieg in den Beruf, mehr Flexibilität und Überbrückung von Phasen ohne Einkommen lauten die Hauptmotive der Leiharbeitnehmer.

Quelle:
PM Hans-Böckler-Stiftung

© arbeitsrecht.de - (mst)

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